# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1856_S68 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 68 Dr. Seyffarth's Berichtigungen ꝛc. der Glaube ist allgemeine Gnadengabe Gottes, allen Menschen angeboten, die Gottes Wort hören, allen in Freud und Leid die Kraft zur Ueberwindung der Welt. Aus dem Gefühl der göttlichen Barmherzigkeit mag eine feurige Liebe zu Gott entspringen und sich zeigen in raschem Handeln, aber eine Gewähr , daß nicht fleischlicher Eifer, Rausch und Brunst sich verbinde mit dem geistlichen Triebe, ist nicht darin gegeben und die so entstandene Liebe stirbt in der Anfechtung dahin mit dem Gefühl; auch das Wissen, obwohl eigentlich zunächst nur Begriffe bildend, ist wohl ein Quell von Entschlüssen und Thaten , aber diese mögen bei allem Wissen herzlos, liebeleer sein; der Glaube dagegen, diese Aufnahme Gottes, vermöge des Wortes Gottes wirkt die freudige Hingabe des ganzen Menschen an Gott, die Liebe, die feurig und bewußt, herzlich und rein, züchtig und innig, beständig und thatkräftig ist: der Glaube, unzertrennlich verbunden, wie er ist, mit der Reue, dem Tode des alten sündigen und sterbenden Menschen, ist die Schöpfung und Auferstehung des neuen Menschen, dessen Leben allerdings bis an den jüngsten Tag verborgen ist mit Christo in Gott und alsdann erst mit Christo offenbar werden soll in Herrlichkeit, aber schon jetzt mit Christo besteht, in Christo zunimmt, zu Christo hinanwächst. Der Glaube, den Menschen vereinigend mit Gott zu keuscher, brünstiger Liebe, vereinigt auch die Menschen mit einander in derselben heiligen Liebe und ist also die Schöpfung des Himmelreichs auf Erden, der Einen Heil. Christlichen Kirche, welche da ist der Leib des Herrn, die Fülle deß, der Alles in Allem erfüllt. Dieser Glaube ist der Gegenstand der christlichen Theologie, der Wissenschaft vom christlichen Glauben. (Fortsetzung folgt.) * * * * (Eingesandt von A. Hoppe, Cand. rev. min.) Dr. Seyffarth's Berichtigungen der alten, insonderheit der hebräischen Geschichte und Zeitrechnung , nebst einleitenden Bemerkungen über das Verhältniß der Wissenschaft zur heil. Schrift. So lange Gottes Wort in der Welt erschienen ist, hat es nicht an Widerspruch , sowohl gegen das geschriebene als gegen das gepredigte Wort Gottes gefehlt, und die Gegner haben diesen Widerspruch hauptsächlich durch Beweise aus der Naturgeschichte und aus der Geschichte zu erhärten gesucht. Mit den gegnerischen Beweisen aus der Naturgeschichte, wodurch die Glaubwürdigkeit der heil. Schrift umgestoßen werden soll, hat es nicht viel auf sich. Beispielsweise erwähnen wir den sogenannten Beweis, welcher von der verschiedenen Farbe der Menschen hergenommen wird. Jetzt unterscheidet man