# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1856_S64 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 64 Vermischte kirchliche Nachrichten. würden, das hoffen wir, unsere wohlwollenden Gegner gewiß dafür sorgen, daß jede Anerkennung unseres Strebens unserer Seele nicht schädlich werde. Preußisch-lutherische Kirche. Aus dem „Sächs. Kirchen- und Schulbl.“ ersehen wir, daß das Oberkirchencollegium der Luth. Kirche in Preußen an die Professoren der Theologie Dr. Kahnis, Dr. Lindner jun. und Dr. Hölemann und an den Missionscondirektor Dr. Besser die Anfrage gerichtet hat, ob sie wohl aus brüderlicher Liebe Commission wegen Abnahme theologischer Candidatenprüfungen für die Preußisch-luth. Kirche zu übernehmen geneigt sein würden, und daß, auf deren Erklärung ihrer Bereitwilligkeit zu nichtpermanentem , sondern concretem Auftrage dieses Inhalts, den genannten vier Doctoren ein solches Commissoriale wirklich ertheilt worden sei. Der Berichterstatter setzt hinzu: „Es wird gewiß vielen Sachsen erfreulich sein, von diesem ganz besonderen Vertrauen des Auslandes zu unserer Landesuniversität Kunde zu erhalten, wozu wir noch bemerken, daß auch überhaupt ein wachsender Zug der auswärtigen Lutheraner zu der hiesigen Universität, um auf ihr die theologischen Studien zu machen, unverkennbar ist.“ Promotionen. Bei Gelegenheit der Feier des Augsburger Religionsfriedens an der Universität zu Leipzig sind von derselben vier Theologen zu Doctoren und fünf zu Licentiaten der Theologie creirt worden; unter den ersteren befindet sich Professor von Dorn zu Petersburg und unter den letzteren die Pfarrer Moritz Meurer zu Callenberg im Schönburgischen (der bekannte Biograph Luthers) und Dr. phil. Hermann Gustav Hasse zu Leulitz in Sachsen. Professor Dr. W. M. Reynolds. Ein Correspondent des „Lutheran Observer “ hatte Dr. Reynolds wegen der Stellung, die selbiger in Betreff der neuen „Platform “ einnimmt, der Unbeständigkeit angeklagt und auf frühere Erklärungen Dr. Reynolds, u. A. auf dessen schriftliche Empfehlung des Kurtz'ischen Werkes: Why you are a Lutheran ? und dergl., hingewiesen. Reynolds hat davon Gelegenheit genommen, in der Nummer vom 25. Jan. des „Lutheran Observer“, was er früher Irrthümliches bekannt und vertheidigt habe, mit christlicher Offenheit und Demuth zu widerrufen. Gewiß ein seltenes Beispiel ! Nur zu Viele meinen nicht nur in aller Stille ohne irgend einen Widerruf die Reihen der Falschgläubigen verlassen, sondern sich trotz aller früheren groben Irrthümer und falschen Praxen auch als solche Rechtgläubige geberden zu können, deren Treue man das Wiederaufleben der Orthodoxie zu danken habe. Die definite Platform. Die Verwirrung, welche durch dieses Document sogleich nach dessen Erscheinen in der „amerikanisch-luth.“ Kirche entstanden ist, wird immer größer. Kaum scheint es möglich, daß sich die Generalsynode nun noch lange halten könne. In der neuesten Nummer des „Lutheran Observer“ geht Herr Dr. Benj. Kurtz so weit, daß er, um den entstandenen Sturm zu beschwören, behauptet: was die definite Platform wolle, sei ja nichts neues; jedes Glied der Generalsynode habe ja schon nach den in der Platform niedergelegten Grundsätzen gehandelt; früher habe man dasselbe nur mit einer jesuitischen reservatio mentalis gethan, was man nun offen und ehrlich thun solle (siehe die Nummer vom 25. Jan.). Fürwahr, eine verzweifelte Politik, das sinkende Kirchenschiff noch zu retten! Uns däucht es mehr als zweifelhaft, ob dieses Compliment der Sache helfen werde. Statistisches von deutschen Universitäten: Die nachgenannten Universitäten haben im laufenden Semester die folgende Zahl von Studenten: München 1731, Berlin 1484, Breslau 823, Würzburg 818, Leipzig 813, Bonn 765, Göttingen 713, Heidelberg 695, Tübingen 693, Halle 629, Erlangen 521, Gießen 378, Jena circa 370, Freiburg 344, Marburg 351, Greifswald 222, Rostock 92. Die Totalsumme ist hiernach 11,300; hiernach 300 weniger, als im letztverflossenen Sommer.