# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1856_S63 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vermischte kirchliche Nachrichten. 63 solche liberale Brocken ein Köder für eine gewisse Classe weichherziger Protestanten sein. Uns scheint dies jedoch eine ziemlich schlechte Politik zu sein, denn während die Herren hierdurch etwa den und jenen dem Pabst gewinnen, so öffnen sie hierdurch zugleich Tausenden die Augen, die nun sehen, daß der Religionseifer der desperatesten Papisten immer nur verstellt ist und daß dieselben in ihren Herzen nichts als grobe Indifferentisten, Skeptiker, ja Naturalisten , oder wohl gar Atheisten sind. Wie man in Deutschland über die Zeitschriften unserer Synode urtheilt. In der Nummer des „Sächs. Kirchen- und Schulblattes“ vom 8. November vorigen Jahrs findet sich ein Aufsatz, „Aus Nordamerika“ überschrieben. Darin heißt es u. A. folgendermaßen: „Schon anderweit ist berichtet worden, wie der deutschluth . Kirche durch des HErrn Gnade ein fröhlich grünendes Reis in Nordamerika an der deutschen evang.-luth. Synode von Missouri, Ohio u. a St. erwachsen ist. Ein sprechendes Zeugniß hiervon ist es, daß die kirchliche Zeitschrift der Synode, „der Lutheraner,“ redigirt von Walther, seit mehr denn 10 Jahren nicht nur sich erhalten, sondern steigende Aufnahme gefunden hat. Es werden darin auf gemeinverständliche Weise die inneren und äußeren Angelegenheiten der Kirche besprochen, Mittheilungen aus der Kirchengeschichte der Vergangenheit wie der Gegenwart gegeben, insonderheit das dermalige Thun der katholischen Kirche und der zahlreichen religiösen Gemeinschaften in Nordamerika berücksichtigt, auch die allgemeinen Weltereignisse verfolgt und aus Gottes Wort beleuchtet, endlich allerlei Bücher — die guten mit Empfehlung, die schlechten mit Warnung — angezeigt. Dieses Blatt, welches bei uns mehr gelesen zu werden verdient, erscheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Subscriptionspreis von 1 Dollar. Hierbei jedoch kann dem theologischen Bedürfniß vorzüglich der Pastoren nicht ausreichend genügt werden. Deshalb hat die Synode neben dem „Lutheraner“ seit Anfang dieses Jahres noch eine besondere Zeitschrift gegründet: Lehre und Wehre.“ Hierauf gibt der Schreiber den vollen Titel der Zeitschrift nebst Motto und dem ganzen Prospectus derselben, und fährt dann fort: „Diese Zeitschrift ist aller Beachtung werth. Referent kann versichern, daß die acht Hefte, welche er bisher gelesen hat, das Versprochene treulich leisten. Beispielshalber nenne ich die größeren Artikel.“ Hier folgen nun die Ueberschriften derselben. „Vornämlich dankenswerth, fährt der Schreiber fort, sind die fortlaufenden Besprechungen der guten Bücher älterer Theologen. Alter und Ausgabe der betreffenden Werke werden genau angegeben, Inhalt und Werth in sorgfältiger Erwägung besprochen. Junge Theologen haben hiervon gute Gelegenheit, in der Schatzkammer lutherischer Theologie sich bekannt zu machen. Möchte sie auch bei uns fleißig zu Anlegung rechtschaffener Pfarrersbibliotheken benutzt werden. Diese Anzeige aber möge dazu dienen, die Blicke der Leser des Kirchen- und Schulbl. wiederholt auf ein Gebiet zu lenken, welches mitten unter viel Dornen der HErr mit wunderbarem Segen heimsucht.“ In einer Note berichtet der Referent noch Folgendes: „Dem, Jahrgang 1855 der Erlanger Zeitschrift für Protestantismus und Kirche, Märzheft, (von Hofmann ausgesprochenen?) Verwundern über die Aeußerung, „die Schrift ist nach den Symbolen auszulegen, und als Lutheraner hat man nur Nicht-Lutheranern gegenüber auf die Schrift zurückzugehen,“ werden gewichtige Aussagen der Form. Conc. und lutherischer Dogmatiker entgegengehalten . Vergl. das zutreffende Citat aus Wernsdorf,“ (welches Citat hierauf wörtlich mitgetheilt wird.) — Auch Herr Pastor Ehlers hat die „Lehre und Wehre“ überaus freundlich aufgenommen und in seinem „Kirchenblatt“ empfohlen. — Daß wir dies hierdurch selbst zur Kenntniß unserer geehrten Leser bringen, werden uns freilich unsere hiesigen so wohlwollenden Gegner nicht zum besten auslegen; wir haben jedoch dafürgehalten, daß wir uns hierbei an das Urtheil derselben nicht zu kehren hatten, da gerade bei der Aufnahme, wie sie besonders unsere theologische Zeitschrift hier gefunden hat, eine Aufmunterung, die wir dafür aus dem alten Vaterlande erhalten, nicht überflüssig sein dürfte. Erkennten wir nicht schon selbst lebendig, wie tief wir uns bei jeder erfahrenen Gunst und Aufmunterung wegen der Armseligkeit unserer Arbeit für das Reich unseres lieben HErrn zu demüthigen haben, so