# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1856_S62 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 62 Vermischte kirchliche Nachrichten. Zeiger das Wesentlichste ist, und doch die Maschine an sich ganz und in ihrem Gange richtig sein muß, wenn der Zeiger seine Dienste thun soll, so ist es mit der ganzen Compages der himmlischen Heilslehre bewandt. Wenn man immer so auf ein empfindliches Gefühl der Kraft des Blutes Christi dringet, so läuft es endlich auf etwas affectirtes hinaus, da einer den andern zum Modell nimmt, und jener das, was dieser sagt, endlich in eigner Kraft bei sich zuwege bringt.“ (A. a. O. Seite 523.) Endlich characterisirt Bengel die Herrnhuter kurz mit diesen Worten: „Da ward aus der ganzen Lehre von der Gottheit das einige Stück von Christo, und aus der ganzen Lehre von Christo der einige Artikel von seinem Leiden, wie es allermeist die Sinne bewegt, und aus der ganzen Heilsordnung das Blut⸗Gefühl herausgenommen .“ (S. 9.) Daß Bengels Gemälde noch immer richtig ist, zeigt obiges Citat. Californien. In dem „Luth. Obs.“ schreibt ein Herr A. H. Myers aus Alemeda in Californien de Dato 19. Nov. 1855, daß fast alle anderen Benennungen, deutsche wie englische, ihre Missionare in diesem Lande haben, nur nicht — die Lutheraner! Eine Missionsgesellschaft in Schulden. In einem Cirkular berichtet der Verwaltungsrath der Missionsgesellschaft der bischöflichen Methodisten⸗Kirche u. A. Folgendes : „Die Missionswechsel, welche zahlbar sein werden, ehe sich die Conferenzen dieses Jahr versammeln, nebst der gegenwärtigen Schuld unserer Casse belaufen sich auf $ 45,000. Wenn wir die Einnahme von 1854 vergleichen mit der von 1855, so finden wir ein Deficit von $ 31,000. Wenn dieses Deficit nicht bis zur Sitzung der nächsten Missionskommittee, den 10. Nov. 1856, gedeckt ist, so haben wir die Missionsappropriationen für das nächste Jahr so bedeutend zu verkleinern, daß manche unserer Missionen aufgehoben und die Missionare abberufen werden müssen.“ (Es ist hier nicht sowohl von den Bedürfnissen der Heiden⸗, als der s. g. inneren Mission die Rede.) Da jetzt ein Glied der Methodistengemeinschaft jährlich im Durchschnitt 25¼ Cents gegeben hat, so macht Herr Nast im „Apologeten“ zu Obigem die Bemerkung: „Würden die Glieder der Methodistenkirche ihren Putz und Tand, Gold und Perlenschmuck auf den Altar legen, sie könnten leicht $ 1,00 statt 26 Cents im Durchschnitt per Glied jährlich für Missionen geben.“ — Wir theilen dies nicht aus Schadenfreude mit, sondern als ein Zeichen der Zeit und auch uns Lutheranern zur Warnung und Ermunterung. Römische Weitherzigkeit. In der New⸗Yorker „Kath. K.⸗Zeitung“ schreibt in der Nummer vom 17. Jan. 1856 ein Correspondent, in einem Aufsatze, den den wahren Sinn des Cyprian'schen: Extra ecclesiam est nulla salus, darlegen will, Folgendes: „Sokrates, den verständigen Heiden, sollte ich vermissen unter den Lämmern, wenn der gute Hirte uns heimführt über den Trümmern des Vergänglichen!“ — „Welche in gutem Glauben ihren Irrthum für Wahrheit halten .. den frommen, wahrheitsdurstigen, gewissenhaften Protestanten, der das Unglück hatte, von deiner Wahrheit“ (der Schreiber redet hier declamatorisch Christum an), „von deinen Einrichtungen, von deinen Mitteln nichts zu kennen, den solltest du verweisen, du, der du einem kananäischen Weibe sogar gnädig warst?“ — Man sieht hieraus, erstlich, wie die Papisten in ihr Gewissen hineinlügen, wenn sie sonst den Glauben aussprechen, daß nur in der „katholischen“ Kirche Heil zu finden sei und daß nur der wahre Glaube, der ihnen allein eigne, selig mache. In ihren Herzen lebt dabei die Ueberzeugung, dies alles sei nicht so; der Mensch könne in jeder Religion selig werden , nur dürfe er nicht von der besonderen Vortrefflichkeit des Pabstthums überzeugt worden sein und trotz dem von demselben fern bleiben. — Eine andere Lehre, die aus jener Aeußerung zu ziehen ist, ist diese, daß der, welcher zugiebt, auch außerhalb der sichtbaren lutherischen Kirche gebe es Kinder Gottes, welche selig werden, damit noch keinesweges bewiesen hat, daß er in der Lehre von der Kirche nicht papenze. Dies steckt in etwas ganz anderem. So toll wird freilich nicht leicht ein Mensch in der Welt sein, im Ernste zu glauben, daß gerade er und die es mit ihm halten, allein selig werden. — Uebrigens nimmt es uns immer Wunder, daß Herr Oertel, der so gern die Rolle eines strenggläubigen Katholiken spielt, jenen Aufsatz aufgenommen hat, wodurch er so deutlich verräth, daß er sammt seinem Correspondenten (dem Pater W. aus Utica, N.⸗Y.) im Grunde nichts glaubt, und nur aus irgendwelchen Gründen die päbstliche Religion verficht und dafür Proselyten zu machen sucht. Wahrscheinlich sollen