# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1856_S61 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vermischte kirchliche Nachrichten. 61 war aus diesen Gründen: „ich stehe dem Vernehmen nach im Widerspruche mit der badischen Landesregierung und verrichte Funktionen in unirten Parochien im Eingriffe in das Amt unirter Pastoren!!“ Man hatte in jener Synodal-Commissie nur die Darmstädter Kirchenzeitung gelesen und Gift aus Schenkels leidenschaftlichen Angriffen auf die badischen Lutheraner gesogen. — Ich war nun selber in der Lage, ein Mitglied der Synodal-Commissie eines Bessern zu belehren: der ablehnende Beschluß wurde jedoch nicht zurückgenommen! — Demungeachtet predigte unsere Sache lauter, als wenn mein schwacher Mund gesprochen hätte! In demselben Gottesdienste, in welchem ich hatte predigen sollen, hielt P. Lentz, der treue Bekenner, in gefüllter Kirche, ein tiefergreifendes Gebet für die kämpfende lutherische Kirche Badens . Auf Dienstag den 19. September aber wurde eine allgemeine Versammlung des lutherischen kirchlichen Vereins gehalten, worin ich über eine Stunde sprach, und besonders über unsern Kirchenkampf berichtete. Auch Br. Bornscheuer aus Vaels, der ebenfalls in Amsterdam anwesend war, sprach und zwar über den 138. Psalm. Past. Lentz redete in holländischer Sprache und schloß mit einem ergreifenden Gebete. Am Schlusse der Versammlung that sich eine Theilnahme kund, welche ich nie vergessen werde und welche mir tief beschämend war. Ich reiste am andern Morgen mit der Ueberzeugung wieder ab, daß auch in der berühmten See⸗ und Handelsstadt das lutherische Zion blüht. P. Eichhorn. Vermischte kirchliche Nachrichten. Herrnhutianismus. Am 5. Mai vorigen Jahres hielten die hiesigen Herrnhuter oder Moravians in Bethlehem, Pennsylvanien, eine Provinzialsynode, welche eine Denkschrift herausgegeben hat, die wir in dem „Brüder⸗Blatt“ (Januar-Heft von diesem Jahre) in deutscher Uebersetzung finden, darin es u. A. folgendermaßen heißt: „Praktisch unterscheiden wir uns von allen andern Verfassungen in der Lehre dadurch, daß wir Jesu Blut und Wunden unsern ganzen Lehrumfang sein lassen, während diese Bluttheologie (wie wir Brüder es nennen) nur einen Theil der Lehre unserer Schwesterkirchen ausmacht, indem sie — mehr oder minder — auf andere Lehrpunkte bestehen, noch außer diesem Grunde der Apostel und Propheten ... Unser amerikanischer Zweig der Unitas Fratrum darf demzufolge, so wenig wie die ganze Brüderkirche, sich nicht mit andern Kirchen vergleichen (sie ist unvergleichbar), noch darf sie nach Uebereinstimmung mit ihnen streben (sie stimmt nur mit Christo überein).“ — Hierbei erinnern wir, was schon der gottselige Bengel geschrieben hat: „Der Lehre halben ist zu bedenken, daß die „Brüder“ die ganze Sache auf das Blut des HErrn setzen, da sie doch das Moment „vielmehr“ Röm. 8, 34. bedenken sollten, und Thomas nicht bei den Nägelmaalen stehen geblieben, sondern aus denselben die Auferstehung des HErrn erkannt hat, auch bei einem Gewächse das Herzblatt, wenn man es unter dem Vorwand seiner Vortrefflichkeit bloß und allein nimmt, bald verwelket.“ (Siehe: Abriß der Brüdergemeine, Stuttgart, 1751. S. 480.) An einer andern Stelle schreibt derselbe: „Das häufige Reden von dem Heiland und seinem Blute ist plausibel, ja es ist das Herzblatt des Glaubens: aber wie in einer Uhrtafel der