# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1856_S47 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 47 Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. (Fortsetzung.) 2. In der zweiten Reihe des Faches für die dogmatischen Disciplinen stehen nach der von uns erwählten Ordnung die, die christliche Apologetik behandelnden Werke. Unter Apologetik verstehen wir aber — wir bemerken dieß, um Mißverständnissen vorzubeugen — nicht sowohl die wissenschaftliche Darstellung der Principien, nach welchen in der Vertheidigung des Christenthums und seiner göttlichen Urkunden zu verfahren ist, als vielmehr diese Vertheidigung selbst, also die christlichen Apologien. So vieles einzelne Vortreffliche nun unsere Zeit gerade für Apologetik geliefert hat, und obgleich derjenige, welcher jetzt apologetisch genügend gerüstet sein will, vieles von dem, was die Gegenwart zu diesem Zwecke zu Tage gefördert hat, nicht entbehren kann, so stehen wir doch nicht an, als das für eine lutherische Pfarrers⸗Bibliothek vor allen anderen unentbehrliche ein älteres zu nennen; nehmlich folgendes: „Die gute Sache der in der heiligen Schrift Alten und Neuen Testamentes enthaltenen göttlichen Offenbarung, wider die Feinde derselben erwiesen und gerettet von Dr. Theodor Christoph Lilienthal. Königsberg, 1750 — 1782.“ Es ist dieses Werk zweimal herausgekommen; einmal vollständig in Oktav⸗Format in 16 Theilen, zum andern Mal in Quart, von welcher letzteren Ausgabe jedoch allein der erste Band, welcher die 4 ersten Theile der Oktav⸗Ausgabe enthält, erschienen ist. Das Werk ist auch in das Holländische übersetzt worden und zu Amsterdam vom Jahre 1765 an in 8. erschienen. Der Verfasser war Professor, Kirchenrath und Pastor zu Königsberg , sowie Stadtbibliothekar daselbst, Sohn des bekannten Michael Lilienthal , geboren zu Königsberg 1717 und gestorben am 17. März 1782; ein Mann von ebenso großer Gelehrsamkeit in allen Gebieten des menschlichen Wissens, als ungeheuchelter Frömmigkeit. Er war ein Schüler und vertrauter Freund Johann Georg Walchs. Sein mit großer Milde gepaarter Eifer für die göttliche Wahrheit hat ihm den Beinamen eines „Defensor orthodoxias moderatissimus“ erworben, der ihm von seinen ihm günstigen Zeitgenossen beigelegt wurde. (S. Acta hist. — ecclesiastica nostri temporis. Weimar, 1784. Theil 74. Seite 174.) Lilienthal hat an seinem apologetischen Werke länger als 30 Jahre gearbeitet. Folgendes ist der Inhalt des ganzen Werkes: Der erste und zweite Theil handelt 1. von der Nothwendigkeit und Wirklichkeit der göttlichen Offenbarung; 2. von den Kennzeichen derselben; 3. von den in der heiligen Schrift vorkommenden Wahrheiten überhaupt; 4. von den darin vorkommenden Geheimnissen; 5. von den Weissagungen der h. Schrift im Allgemeinen, und 6. von den an Christo und seinem Reich erfüllten Weissagungen insbesondere. Der dritte, vierte und fünfte Theil handelt 1. von den Widersprüchen, welche der h. Schrift beigemessen werden; 2. von der Uebereinstimmung der h. Schrift