# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1856_S45 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das kirchliche Informatorium. 45 zuvor die Erklärung, die das Wesen der Kirche in die Gemeinschaft des Glaubens setzt, hatte umstoßen sollen. Aber gleichwie sich eine Schlange winden kann, so weiß auch das Informatorium zu entschlüpfen. Es fährt fort: „Glauben und heil. Geist ist nicht wesentlich die Kirche, sondern das wesentliche Band der Kirche. In der That ein merkwürdiger Beweis von dialektischer Gewandtheit, in einem Odem zu behaupten und die Behauptung zurückzunehmen . Ist die Kirche an und für sich Genossenschaft, so muß ja doch wohl das, was wesentlich in diese Genossenschaft setzt, oder mit ihr verbindet, also das Band derselben auch das Wesen dieser Genossenschaft sein. Mithin ist es ganz dasselbe, wenn ich sage: Glauben und heil. Geist ist wesentlich die Kirche, oder: Glauben und heil. Geist ist das wesentliche Band der Kirche. Hier sieht aber das Informatorium eine Kluft, worin es sich vor Luther und dem ganzen Heer lutherischer Dogmatiker verstecken kann. Es denkt: vor Schatten kann auch ein Schatten schützen. Gleich darauf wird dann keck behauptet, wenn auch die Apologie an jener Stelle Predigt und Sakramentshandlung lediglich als Kennzeichen der Kirche aufführe, so solle das doch nicht so verstanden werden, als wenn sie nichts weiter seien: nein, Predigt und Sakramentshandlung „behalten dabei auch die“ (Bedeutung), „welche sie nach Art. 5. principaliter haben.“ Das heißt also: die Apologie, die hier ausdrücklich Glauben und heil. Geist principaliter das Band der Genossenschaft nennt, welche die Kirche ausmacht und durch den Zusatz, daß Evangelium und Sakramente ihre Kennzeichen seien, den letzteren es abspricht, daß sie principaliter die Kirche ausmachen, könne gar wohl auch das Gegentheil von dem sagen, was sie hier ausspricht, daß nämlich Evangelium und Sakramente principaliter die Kirche seien. Kurz: eins ist doch nicht eins, es kann zugleich süß und sauer, weiß und schwarz sein. Von solcher Zweideutigkeit ist aber die lutherische Kirche von jeher fern gewesen. Was die Bekenntnißschriften dazu mißbraucht, sich mit derselben dahinter zu verstecken, muß vor der Festung am meisten bange sein, worin es Zuflucht sucht. Hätten wir nicht längst trotz dem Informatorium in Christo ein gutes Gewissen, so müßte uns dieser Blick in seine saubern Schlupfwinkel guten Muth machen. Denn es ist so verblendet, bei offenem Widerspruch gegen unsre Bekenntnißschriften dieselben für sich anzuführen, also seinen geschworenen Widersacher für seinen Freund anzusehen, so wird es mit dem Trost, den es beim heil. Geist sucht, wohl schwerlich besser stehen. Nur für die Seele dessen, der so etwas schreiben konnte, kann einem bange werden, wenn man in der genannten Nummer des Informatoriums die schauerlichen Worte liest: „Aber der Herr unser Gott meldet dir durch seinen Mundboten „Sie werdens die Länge nicht treiben, denn ihre Thorheit wird offenbar werden