# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1856_S41 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Consubstantiation und Impanation. 41 keit, sondern die Substanz des Leibes und Blutes Christi selbst im heil. Abendmahl gegenwärtig sei; denn sie haben diesen Ausdruck der geistlichen Gegenwart , wie dieselbe von den Widersachern definirt wird, entgegengesetzt, keinesweges aber haben sie dieses gewollt, daß der Leib Christi auf eine leibliche und quantitative (eine gewisse Größe und einen gewissen Raum beschreibende und einnehmende) Weise gegenwärtig sei.“ (Loc. de sacra coena §. 98. ed Cott.) So klar es nun hiernach ist, daß wir Lutheraner weder von einer Consubstantiation , noch von einer Impanation etwas wissen und überhaupt die Art und Weise der sacramentlichen Gegenwart gar nicht bestimmen wollen, so mag doch Manchem allen diesen unseren Erklärungen zuerst dieses zu widersprechen scheinen, daß wir zu sagen pflegen: In, mit und unter dem Brode sei der Leib JEsu Christi im heil. Abendmahle. Die Angemessenheit dieser grammatischen und logischen Umschreibung der Worte des HErrn nachzuweisen, ist hier des Ortes nicht; dies zu thun, behalten wir uns daher für eine andere Gelegenheit vor; wir erinnern hier nur daran, daß, wie sich nach dem Obigen von selbst versteht, mit jenen Worten weder eine Impanation, noch eine Consubstantiation, sondern nichts als der Glaube an die wirkliche, wahrhaftige Gegenwart des Leibes und Blutes Christi im heil. Abendmahl ausgesprochen werden soll. Wer dies ohne Winkelzüge zu glauben bekennt, den an die Auslegungsworte: in, mit, unter — zu binden, sind wir Lutheraner daher weit entfernt; wiewohl wir allerdings überzeugt sind, daß, wer die wahrhafte Gegenwart, wie der HErr dieselbe in den Worten: „Das ist mein Leib,“ bei Reichung des Brodes, und: „Das ist mein Blut,“ bei Reichung des Kelches, verspricht, von Herzen glaubt, sich an jene Worte nicht stoßen, sondern in denselben eine menschliche Rede erkennen werde, wie sie bei dem Glauben seines Herzens nicht anders sein könne. So schreibt daher u. A. auch Luther: „Daß aber die Väter und wir zuweilen so reden: Christi Leib ist im Brod, das geschieht einfältiger Meinung darum, daß unser Glaube will bekennen, daß Christus Leib da sei; sonst mögen wir wohl leiden, man sage: er sei im Brod, er sei das Brod, er sei, da das Brod ist, oder wie man will. Ueber Worten wollen wir nicht zanken; alleine daß der Sinn da bleibe: daß nicht schlecht Brod sei, das wir im Abendmahl Christi essen, sondern der Leib Christi.“ (S. Schrift: Daß diese Worte Christi: Das ist mein Leib, noch feste stehen vom Jahre 1527. Opp. XX, 1011. 1012.) Gleicherweise spricht sich auch Gerhard hierüber aus. Er schreibt: „Man gestehe uns nur die wahre reale und substantielle Gegenwart des Leibes und Blutes Christi im heil. Abendmahl zu; man gestehe ein, daß die Worte Christi wie sie lauten (kata to rheton) in ihrem ursprünglichen, natürlichen und eigentlichen Sinne zu nehmen seien: und wir werden leicht in Betreff des Gebrauchs dieser Partikeln uns mit ihnen vergleichen.“ (A. a. O. § 96.) Einen größeren Schein dürfte der uns von den Reformirten gemachte Einwurf haben, daß wir ja in unserer Kirche singen: