# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1856_S40 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 40 Consubstantiation und Impanation. keinesweges eine Einbrödung (impanationem), oder Einleibung (incorporationem) oder Wesensvermischung (consubstantiationem) oder eine physische Einschließung oder eine locale (räumliche) Gegenwart oder ein heimliches Verstecktsein eines kleinen Leibes (delitecentiam corpusculi) unter dem Brode, oder eine wesentliche Verwandlung des Brodes in den Leib, oder ein fortdauerndes Gebundensein des Leibes an das Brod außer dem Gebrauch des Abendmahls, oder eine persönliche Vereinigung des Brodes und Leibes an. Sondern wir glauben, lehren und bekennen, daß nach der Einsetzung Christi selbst, auf eine Gott allein bekannte, uns aber unbegreifliche Weise, der Leib Christi mit dem Abendmahlsbrode, als mit dem von Gott verordneten Mittel, wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig vereinigt werde, damit wir vermittelst jenes Brodes den wahren Leib Christi in dem hohen Geheimniß nehmen und essen. Diese Gegenwart wird aber 1. eine sacramentliche genannt, nicht weil sie eine bloße sinnbildliche (schetica) und in äußerlichen Zeichen dargestellte (significativa) Gegenwart wäre, sondern weil uns in diesem Geheimniß etwas Himmlisches vermittelst äußerer Symbole mitgetheilt und übergeben wird. Sie wird 2. eine wahre und wirkliche Gegenwart genannt, damit die figürliche, bildliche und bloß vorgestellte (repraesentativa) Gegenwart ausgeschlossen werde. Sie wird 3. eine wesentliche Gegenwart genannt, damit die Meinung ausgeschieden werde von einer in diesem Geheimniß gegenwärtigen bloßen Kraft (oder Wirksamkeit, efficacia) des Leibes Christi. Sie wird 4. eine geheimnißvolle (mystica), übernatürliche und unbegreifliche Gegenwart genannt, weil der Leib und das Blut Christi in diesem Geheimnisse nicht auf eine Weise dieser Welt, sondern auf eine geheimnißvolle, übernatürliche und unbegreifliche Weise da sind, ausgetheilt und empfangen werden." (Zu Matth. 26, 26.). — In seinen Locis theologicis schreibt derselbe Gerhard: „Wir erinnern aber nochmals um der Calumnien unserer Gegner willen, daß wir weder eine Impanation, noch eine Consubstantiation, noch irgend eine andere physische oder räumliche Gegenwart statuiren. Wir statuiren keine consubstantiative Gegenwart des Leibes und Blutes, welche von einigen als Einschließung Einer Substanz in einer anderen definirt wird. Fern sei hiervon jenes Hirngespinnst. Denn nicht gleich ist es eine Consubstantiation, wenn zwei Substanzen einander gegenwärtig sind; sonst würde, weil die göttliche und menschliche Natur Christi durch die persönliche Vereinigung sich gegenwärtig sind, in der Person Christi eben jene, wie die Gegner es nennen, Consubstantiation statt finden; — sondern wenn zwei Substanzen auf physische und natürliche Weise beisammen sind. Aber die himmlische Sache und die irdische Sache sind sich im heil. Abendmahl nicht physisch und natürlich gegenwärtig. — Manche von den Unsrigen, indem sie Cyrill im 10. B. in Joh. 13. folgen, haben die Gegenwart eine leibliche genannt, in Rücksicht auf das Object, keinesweges aber rücksichtlich der Art und Weise; sie haben dieses damit sagen wollen: daß nicht allein die Kraft und Wirksam-