# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1856_S39 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Consubstantiation und Impanation. 39 liche, leibliche Weise, wie er auf Erden leiblich ging, da er Raum gab und nahm nach seiner Größe. Solche Weise kann er noch brauchen, wenn er will, wie er nach der Auferstehung that und am jüngsten Tag brauchen wird. Auf solche Weise ist er nicht in Gott, oder bei dem Vater, noch im Himmel, wie der tolle Geist träumet, denn Gott ist nicht ein leiblicher Raum noch Stätte. Und hierauf gehen die Sprüche, so die Geistler führen" (zur Widerlegung der Möglichkeit einer Gegenwart im Abendmahle), „wie Christus die Welt verlasse und zum Vater gehe. — Zum andern, die unbegreifliche, geistliche Weise, da er keinen Raum nimmet, noch giebet, sondern durch alles Creatur fähret, wo er will; wie mein Gesicht (daß ich grobe Gleichniß gebe) durch Luft, Licht oder Wasser fähret und ist, und nicht Raum nimmet, noch giebet; wie Klang oder Ton durch Luft oder Wasser oder Bret und Wand fähret und ist, und auch nicht Raum nimmet noch giebet; item, wie Licht und Hitze *) durch Luft, Wasser, Glas, Crystall u. dergl. fähret und ist, und auch nicht Raum giebet noch nimmt, u. dergl. viel mehr. Solcher Weise hat er gebrauchet, da er aus verschlossenem Grabe fuhr und durch verschlossene Thür**) kam, und im Brod und Wein im Abendmahl, und, wie man gläubet, da er von seiner Mutter geboren ward. — Zum dritten, die göttliche himmlische Weise, da er mit Gott Eine Person ist, nach welcher freilich alle Creaturen ihm gar viel durchläuftiger und gegenwärtiger sein müssen, als sie sind nach der andern Weise." (A. a. O. fol. 302.) Nach diesen bestimmten, sonnenhellen Erklärungen scheint es unmöglich zu sein, daß die Reformirten noch immerfort den Lutheranern die Impanation und Consubstantiation aufgebürdet haben sollten. Aber siehe! da sie merkten, daß ihr Kampf gegen die wahre biblische Vorstellung der Lutheraner von der sacramentlichen Vereinigung es unmöglich auch nur zu einem Schein des Sieges bringen könne, so blieben sie bei ihrem alten Figment und bestritten dieses fort und fort als lutherischen Aberglauben eben so tapfer als siegreich, wie weiland Freiherr von Münchhausen. Auch die späteren Dogmatiker haben sich daher genöthigt gesehen, immer aufs neue jene Vorstellungen als unbiblische und unlutherische zurückzuweisen. So schreibt denn daher Johann Gerhard in seiner Fortsetzung der Harmonie der Evangelisten: „Wenn wir bekennen, daß wir eine wahre, wirkliche (realem) und wesentliche Gegenwart des Leibes und Blutes Christi glauben, so nehmen wir *) Es ist also nicht richtig, wenn, wie wir oben gehört haben, gesagt wird, daß die Lutheraner die Vereinigung des Leibes Christi mit dem Brod mit „red-hot iron" vergleichen. Es beruht dies auf einer Verwechslung der sacramentlichen mit der persönlichen Vereinigung, von welcher letzteren allerdings die Lutheraner, mit der alten Kirche, diesen Vergleich anstellen. In dem oben angegebenen „groben" Gleichniß von der Hitze soll nur die Unräumlichkeit des Seins eines Dinges in einem Ubi das Tertium comparationis sein. **) Nicht durch das Schlüsselloch, wie Etliche sagen; noch gar durch das Fenster, wie Petrus Martyr unwürdig vorgiebt; noch durch den sich Christo öffnenden Eingang oder durch die sich ihm aufthuenden Wände, wie Beza u. A. wollen!