# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1856_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 34 Consubstantiation und Impanation. einer Consubstantiation und Impanation im heil. Abendmahle los, bezüchtigt aber mit der größten Dreistigkeit, trotz aller Proteste dagegen von Seiten der symboltreuen hiesigen Lutheraner, wieder und immer wieder dieselben und die ganze alte lutherische Kirche, die bei Luthers Lehre geblieben ist, jener unbiblischen Vorstellung von der Gegenwart des Leibes und Blutes JEsu Christi im Sacramente des Altars. Es ist dies so notorisch, daß wir dessen überhoben sind, Belege hiefür z. B. aus dem „Lutheran Observer," aus dem „Evangelical Lutheran" und anderwärts her beizubringen. Es ist zwar in neuerer Zeit oft davor gewarnt worden, den alten Streit über das heil. Abendmahl wieder zu wecken; allein eben die, welche diese Warnung ergehen lassen, greifen fort und fort die Lehre der lutherischen Kirche über diesen Punkt an, erklären dieselbe nicht nur für ein Ueberbleibsel aus dem Pabstthum und für ein Produkt finsterer, abergläubischer Zeiten, sondern unterlegen ihr auch eine durchaus falsche Deutung und machen dann die Lossagung von ihr zu einem Schiboleth ächter amerikanischer Lutheraner. Wer sind sie hiernach, die den alten Streit wieder anregen? Diejenigen, die bei der alten Lehre unserer Kirche, wie dieselbe in deren Symbolen niedergelegt ist, verbleiben und dieselbe gegen Angriffe und Verunstaltungen vertheidigen? Oder nicht vielmehr diejenigen, die mitten in unserer Kirche diese Lehre als eine unbiblische, papistische bekämpfen und mißdeuten? Jeder Billige selbst unter unseren Widersachern wird uns zugestehen müssen, daß es die letzteren sind. — Für diesmal sei es uns nur vergönnt, die den symboltreuen Lutheranern imputirte Lehre von einer Consubstantiation und Impanation zurückzuweisen. Was bedeuten vorerst diese Termen? — Consubstantiation bedeutet nach dem Wortlaut eine solche Verbindung zweier Substanzen, vermöge welcher dieselben, sich vermischend, zu Einer, nur aus verschiedenen Ingredienzien bestehenden, Substanz oder Masse zusammenschmelzen, wie durch Zusammenschüttung der Substanzen des Wassers und Weines Weinwasser, des Honigs und Wassers Meth entsteht und durch die Untereinandermengung von Fleisch und Mehl Fleischkuchen (artokreas) bereitet wird. Consubstantiation im heil. Abendmahle würde also den Begriff einer räumlichen Verbindung, Vermischung und Zusammenschmelzung des Leibes und Blutes Christi mit den gesegneten Elementen zu Einer neuen doppelartigen Masse involviren, wie einst Eutyches das Zusammenschmelzen beider Naturen in Christo zu Einer behauptete. Impanation bedeutet hingegen das räumliche Innensein, Verstecktsein, Verborgenliegen, Eingeschlossensein einer Sache in einem Brode, wie in einer die Sache enthaltenden und umschließenden Kapsel. Im heil. Abendmahle würde also Impanation die Vorstellung ausdrücken, als ob der Leib Christi, zu einem ganz kleinen Leibe sich zusammenziehend, unter dem gesegneten Brode verborgen läge und von demselben wie von seinem Behältniß umschlossen würde.*) *) Jedenfalls hat Heinrich Suso (gest. 1365.) die Impanation gelehrt. Vergl. Unschuld. Nachr. Jahrg. 1748. S. 812. 813.