# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1856_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 32 Vermischte kirchliche Nachrichten. Zweig derselben haben wir aber noch besondere Feinde in denjenigen Personen, die sichs zur Aufgabe machen, unsere Kirche heimlich und öffentlich zu beschuldigen, als thäte sie wenig oder nichts zur Verbreitung religiös wissenschaftlicher Bildung der Jugend. — Lieben Brüder, unsere englischen Brüder, die mehr und mehr mit unsern Bedürfnissen bekannt werden, sehen ein, daß wir Männer brauchen auf Zions Mauern, die von einem tief religiösen Gefühl durchdrungen, aber auch mehr wissenschaftlich gebildet sind und die Posaune des Evangeliums mit Erfolg blasen, um den sich immer mehrenden Angriffen der Feinde der Religion kräftiger begegnen zu können. Um dies zu erzielen, reichten uns unsere englischen Brüder die Hand in der Errichtung des englisch-deutschen Seminars in Quincy, in dessen Charter der zweite Abschnitt lautet: „„Der Zweck dieser Körperschaft soll sein, Beförderung der Theilnahme an gesundem Unterricht im Allgemeinen und der englischen und deutschen Literatur insbesondere, um die Jugend unseres Landes, beides männlichen und weiblichen Geschlechts, auf die verschiedenen Beschäftigungen und Aemter der menschlichen Gesellschaft vorzubereiten, um den Pflichten des Lebens ehrenhaft und nützlich vorstehen zu können.““ Das Gebäude allein wird $25,000 kosten, bis es ganz fertig ist. Die Kosten sind gedeckt bis auf ohngefähr $6000. Wenn sonst nichts, so sollte die Dankbarkeit, die wir Gott und unsern englischen Brüdern schuldig sind, uns antreiben, den größten Theil dieser $6000 aufzumachen. Aber es ist mehr als Dankbarkeit, was unsere Unterstützung nothwendig macht. Es ist die Nothwendigkeit der Erziehung unserer Söhne und Töchter. Und haben wir keine Kinder, so bleibt es unsere Christenpflicht, für das heranwachsende Geschlecht zu sorgen durch Verbreitung von wissenschaftlich religiöser Ausbildung. Würde jedes Glied unserer deutschen Gemeinden im Westen die kleine Summe von fünfzig Cents geben, so würde eine bedeutende Summe zusammenkommen. Wir bitten deshalb unsere Amtsbrüder, für diesen Zweck in ihren Gemeinden Beiträge zu sammeln." — Wer sollte sich nicht freuen, hieraus abzunehmen, daß die hiesigen deutschen Methodisten endlich auch anfangen, nüchterner zu werden! Was werden aber diejenigen unter ihren Predigern hiezu sagen, die bisher so verächtlich von den „studirten Predigern gesprochen und sich dessen gerühmt haben, allein in der Schule des heil. Geistes gelehrt und zu Predigern des Evangeliums zubereitet worden zu sein? Hoffentlich fangen sie an, sich dieser so häufig gehörten Reden nun zu schämen. Methodistische Statistik. Die ganze Gliederschaft der englischen und deutschen Methodisten bestand im Jahre 1855 aus 692,255 in voller Verbindung und 107,176 Probegliedern. Bei vierzehen Conferenzen war eine Abnahme von 4,442, im Ganzen aber ein Zuwachs von 16,073. Die Zahl der Localprediger ist 6610. Der Betrag für Missionen ist $197,973, was im Durchschnitt 25¼ Cents das Glied ausmacht, welches weniger als der Durchschnitt vom vorletzten Jahr ist. Drei Conferenzen hatten jedoch noch nicht ihren Bericht eingesandt. Der „Missionary" von Pittsburg, redigirt von Rev. W. A. Passavant, hat mit Anfang dieses Jahres eine bedeutende Veränderung erfahren. Das kleine bisherige Monatsblättlein ist ein großes, nun jede Woche erscheinendes geworden, mit gleichzeitiger Erweiterung des Feldes seiner Wirksamkeit. Der Ehrw. Herr Editor schreibt davon selbst Folgendes: „Während es (das Blatt) eine Zeitschrift für den Einzelnen, die Familie, die Kirche und die Zeit zu sein sich zum Ziel setzt, soll der es controllirende Geist der Geist der Mission und der Barmherzigkeit" (in Betreff der Sache der Armen, der Kranken, der Wittwen und Waisen) „sein. Es wird sich nicht scheuen, den Glauben der Kirche zu bekennen, darzulegen und zu vertheidigen; allein, bei tiefer Ueberzeugung davon, daß die Kirche nicht allein evangelisch, sondern auch evangelistisch sein müsse, wird es gleicher Weise für ihre Reinheit, wie für ihre thätige Frömmigkeit arbeiten. In einer Zeit des Kampfes und der Trennung werden wir uns bemühen, unter göttlichem Beistand den „Missionary" nach der Weisheit, die von oben ist, zu redigiren, „„welche aufs erste ist keusch, darnach friedsam, gelinde, lässet ihr sagen, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ohne Heuchelei."" — Wir zweifeln nicht daran, daß alle unsere Leser dem Ehrw. Herrn Herausgeber mit uns hiezu Gottes Gnade und Segen wünschen werden.