# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1856_S30 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 30 Vermischte kirchliche Nachrichten. dige wollten ungeändert wissen, zu: „Ihr stärket nur die lutherische Separation! Ihr bringt die Leute nur zum Austritte aus der unirten Kirche!“ (Ein zuverlässiger Mann, der es wissen mußte, hat mirs selbst erzählt!) — Dadurch ließ sich nun manch Glied der Synode schrecken und gab mit einem: „meinetwegen!“ seinen Widerstand auf. — Und doch konnte mit allen diesen Künsten und Mitteln nicht mehr erreicht werden, als das obige. Und was ist denn dieses? Was sind diese drei Punkte, wenn wir sie näher betrachten? Sie stärken und festigen (?!) erst recht die Union, machen dieselbe so wenig lutherisch, daß jeder lutherisch Gesinnte nun erst recht bedenklich werden sollte, in dieser Union zu bleiben! Das reformirte und lutherische Bekenntniß werden wieder zusammengestellt als zwei Herren, denen man zumal dienen, die man zugleich lieben und denen man anhangen soll. Und zwar bindender, als früher, wo die Bekenntnisse nur mehr als geschichtliche Denkmäler der Vorzeit hingestellt waren. — Wenn nun keine Gewissensnoth für ein aufrichtig lutherisch gesinntes Gewissen innerhalb der Union daraus entsteht, dann gibt es keine Gewissensnoth mehr! (Freimund.) Eichhorn schreibt im Pilger aus Sachsen u. A. Folgendes: „Wir haben das erhebende Beispiel vor Augen, das jedes lutherische Herz weithin erwecken und stärken muß, daß von Seite der Staatsmacht und der Staatskirche gegen ein Häuflein von Hunderten von Lutheranern die manchfachsten Unterdrückungsmittel angewendet wurden — fünf Jahre lang —, aber das Häuflein konnte nicht unterdrückt werden, sondern es ist gewachsen, mitten unter Druck und Verfolgung, und ist im ganzen Land, wenn auch in kleinen Zahlen, verbreitet, vom Main bis zum Eintritte in die Schweiz bei Basel, nämlich in Lindelbach bei Wertheim, in Nußloch bei Heidelberg, in Bretten und Pforzheim, in Durlach und Karlsruhe, in Ichenheim bei Straßburg, in Ihringen bei Freiburg und in Lörrach bei Basel selbst; Lutheraner in Basel und in Zürich haben sich an dasselbe angeschlossen. — Dem Pastor Ludwig wurde der Aufenthalt in Söllingen, seinem Pfarrorte, wo Mehrere mit ihm ausgetreten sind, fortwährend gewehrt, damit das Austreten nicht um sich greifen möchte! Auch seinem Aufenthalte in dem benachbarten Karlsruhe wurden Schwierigkeiten in den Weg gelegt, und darum hat er nunmehr mit ausdrücklicher Genehmigung des lutherischen Oberkirchencollegii in Breslau, seinen Wohnsitz in Freiburg im Breisgau aufgeschlagen, um von dort aus die Lutheraner in Ihringen, Lörrach und Basel geistlich zu pflegen, während Pastor Eichhorn von Durlach aus die Gemeinlein in Karlsruhe, Durlach, in Diedelsheim, Bretten und Rußbaum, in Söllingen und Berghausen, in Nußloch und Lindelbach amtlich bedient.“ Konferenz in Stade. Am 29. August fand zu Stade wiederum die jährliche Conferenz lutherischer Prediger Statt, wozu 70 bis 80 Theilnehmer sich eingefunden hatten. Dieselbe verfolgt besonders practische Zwecke. Am 28. Abends wurde bereits Vorberathung gehalten, in welcher mehrere Anträge an die höheren Behörden, zunächst an Königliches Consistorium vorgelegt und genehmigt wurden. Noch wurde der Antrag gestellt und genehmigt, daß mit den Brüdern zu Hannover Verhandlungen zu eröffnen seien über einen lutherischen Gustav-Adolphsverein zunächst für unser Königreich, worin zur Belebung der Sache größere öffentliche Versammlungen zu halten und Berathungen anzustellen seien ꝛc. Desfallsige Statuten werden bereits entworfen. Am folgenden Morgen, 8 Uhr, wurde berathen über Vereinigung des lutherischen Missionsvereins , der bisher seine Gaben nach Leipzig sandte, mit dem Stader Missionsverein, welcher bisher einen Zweig des norddeutschen Missionsvereins gebildet hatte. Die Vereinigung ist angebahnt und wird, so der Herr will, im nächsten Jahre auf rein lutherischer Grundlage ins Leben treten. Um 9¼ Uhr begann nun die eigentliche Conferenz. Nach dem Liede: Komm heiliger Geist, Herre Gott, trug Pastor Mühlenstedt vor über eine in unserer Provinz einzuführende Liturgie, zu deren Vorbereitung und Ausarbeitung im vorigen Jahre die 3 Mitglieder des Präsidiums, Super. Ruperti, Past. Zeidler und Past. Mühlenstedt beauftragt waren. Der letztere hatte nach älteren Quellen eine Liturgie für den sonntäglichen Gottesdienst mit den erforderlichen Collecten und Gebeten ausgearbeitet. Das Musikalische war vorher gedruckt