# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1856_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neue Litteratur. 25 Hinausdrängens über sich selbst (ein Wille, zu dem sich die Vorstellung eines außerhalb seiner gelegenen Zieles, die ihm zum Motiv wird, gesellt); die dritte, eine Kraft der Unruhe des Werdens (ein Wille, der sich des Vorgestellten im Gegensatz zu andern möglichen Vorstellungen zu bemächtigen sucht); die vierte, eine Kraft des Durchbruchs des Erzielten; die fünfte, eine Kraft der gelassenen Hingabe an das Licht der Liebe; die sechste, eine Kraft der schiedlichen und lautbaren Hervorbringung des Inhalts der doxa und endlich die siebente, eine Kraft, die alle übrigen zu einem Ganzen vereinigt. Dem entsprechend sind in der Seele sieben Grundkräfte: Begehrungsvermögen, Trieb, Willkür, Einbildungskraft, die als Wahrnehmung, Gefühl und Gedächtniß sich kund gebende Kraft, Verstand und Kraft der Weisheit. Und wie die heil. Dreieinigkeit in der doxa, so offenbart sich, oder bildet sich ab der Geist in der Seele. Beiläufig erwähnen wir noch, daß der Verfasser im Leibe wieder eine den sieben Seelenvermögen entsprechende Siebenheit findet: Embryo, Athmen, Blut, Herz, Nerven, Sprachwerkzeuge, die ganze Gestalt; und daß nach ihm die Bestimmung des Menschen war, daß die Seele, welche das Mittelglied zwischen Geist und Leib ist, den Leib vergeistigte, was aber nicht geschah, indem durch den Fall vielmehr der Geist durch die Seele unter die Herrschaft des Fleisches kam. Art der Untersuchung und Resultat sind gleich wenig befriedigend. Wenn der Herr Verfasser Geist und Seele aus dem göttlichen Wesen und dessen nothwendiger , ewiger Offenbarung begreifen will; so unternimmt er Begreifliches durch Unbegreifliches zu erfassen. Dies ist aber vergeblich und gefährlich. Vergeblich, denn der Leser frage sich nur, ob er durch die Deduction von der innerlichen Thätigkeit Gottes und von den sieben die doxa ausmachenden Kräften zu einer tiefern Einsicht und einem klarern Verständniß dessen, was man gemeinhin die Seele nennt, gekommen ist, oder — gesetzt er höre den Verfasser selbst — zu kommen hoffen kann. Gefährlich, denn man wird dadurch verleitet , unbegründete Annahmen zu machen, wie in dem vorliegenden Fall die, daß die Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott darin bestehe, daß sein Geist Vermögen habe, die den drei Personen in der Gottheit und seiner Seele, die den sieben Kräften in der doxa ähnliche Thätigkeiten verrichten und daß der Geist zur Seele in demselben Verhältnisse nemlich des Urbildes zum Abbilde stehe, wie das Wesen Gottes zur doxa. Man wird ferner zu einem Selbstbetruge verleitet; denn, weil das Unbegreifliche einmal unbegreiflich ist, so nimmt man, um seinem Vorhaben doch einigermaßen Genüge zu thun, zu Begreiflichem und schon Begriffenen seine Zuflucht, rückt es aber, damit es doch einigermaßen auf das Unbegreifliche paßt, in seinen Vorstellungen in weite, dunkle Ferne. Daher rühren dann solche Ausdrücke wie Kraft der Zusammenziehung in sich selbst, das Hinausdrängen über sich selbst, Unruhe des Werdens, bei denen man sich etwas Deutliches denken kann, wenn man die Worte dagegen hält, in denen der Verfasser von den Dingen redet, von denen er seine Vorstellungen borgte, und auf die er dabei sein Absehen hatte.