# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1856_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Mancherlei Gewicht und Maß ist beides dem Herrn ein Gräuel! 11 Pforte unter die Vormundschaft ihrer mächtigen Nachbarn getreten ist, nur in der Nichtanerkennung der päpstlichen Suprematie Seitens der mächtigsten dieser Vormünder, des Erben des alten oströmischen Kaiserthums, die Barbarei in der Bedrohung der Interessen der weströmischen „Civilisation,“ die sich durch ihre fleischliche Gotteskindschaft zum Besitz des Erdreichs berufen glaubt. Die neuen Kreuzzüge sind mit andern Worten der letzte Kampf zwischen dem abgefallenen königlichen Priesterthume des Westen und dem abgefallenen priesterlichen Königthume des Osten, die in ihrem beiderseitigen Anspruch auf Universalität nicht neben einander bestehen können. Wer aber hier den Sieg davon tragen wird, kann auch ohne die Weissagung der ersten Kreuzzüge nicht zweifelhaft sein. Die Kirche der Auferstehung reicht weiter, als die Kirche des Kreuzes und der Versöhnung, das Königthum ist stärker als das Priesterthum, und der heilige Nikolaus oder Michael oder wem sonst einst die Rolle des Gottes der Festungen (Dan. 11, 38) zufallen wird, wird auch mächtiger sein als „unsere liebe Frau;“ denn wie geschrieben steht (Dan. 11, 37) „er wird weder Frauenliebe noch Einiges Gottes achten.“ Sollte aber bei diesem Siege nicht auch derselbe Rückschlag, nur — da jetzt alles weit rascher geht — auch viel bälder und nun auch ins ursprüngliche Herz selbst erfolgen? Denn dieses ist dem Osten noch Vergeltung schuldig, daß es einst das hülfeflehende byzantinische Reich dem Türken opferte, und es scheint sich dem erneuerten west=östlichen Reiche, dem jetzigen romano=germanischen Occident und dem byzantinisch=slavischen Orient, wiederholen zu müssen, womit das alte west=östliche Römerreich gleichsam vorbildlich seine Geschichte schloß; indem Justinian als — auch damals schon nach Wegfall des abendländischen Kaisers — der Westen sich wider den Osten erhob, die Mutterstadt der Herrschaft auf Erden so völlig verheerte, wie sie noch nie früher verheert war, und ihr Land zur letzten seiner Provinzen machte. So viel ist zweifellos — das sagt auch den Ungläubigen eine dunkle Ahnung — die europäische Menschheit steht in den Anfängen von furchtbaren Wehen, in denen der Zorn des Herrn, der seine Ehre keinem anderen geben will, noch seinen Ruhm den Götzen, Abrechnung halten wird um der Sünden willen, die bis an den Himmel reichen. (Aus Dr. Kliefoth kirchl. Zeitschrift.) Mancherlei Gewicht und Maß ist beides dem Herrn ein Gräuel! *) sagt die Schrift. Sollte nicht die Kirche des Herrn solchen Gräuel der Welt überlassen, sich selbst aber fern davon halten? Gewiß sollte sie das! Die Kirche in unserem Vaterlande scheint nicht in allen Stücken diesen Gräuel, *) Ein für die Pastoralconferenz in Dresden am 8. Aug. d. J. ausgearbeiteter und im Sächsischen Kirchen- und Schulblatt mitgetheilter Vortrag, der auch für Amerika Berücksichtigung verdient. L. u. W.