# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1856_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Weissagung aus der Geschichte. 9 glauben an das Göttliche, so sind Beide unzertrennlich vereinigt, die Religion der Zukunft gefunden, die Union vollendet, alle Zweifel und Symbole überlebt. Wem das nicht ganz klar sein sollte, der bedenke, daß dieser Satz ein prophetischer ist, die gewöhnlich etwas dunkel zu sein pflegen. Die geistreichen Worte selbst lauten so: „Schrift und Vernunft werden nicht nur alle Zweifel, sondern auch alle Symbole überleben, in dem wahren Glauben an das Göttliche, welcher diese beiden Grundpfeiler in unzertrennlicher Einheit verbindet." Ueber das Verhältniß von Kirche und Staat ist schon sehr viel gedacht und gesagt, auch Bunsen giebt sein Scherflein: „der Staat als gesetzlich regiertes Volk, die Kirche als organischfreie Gesammtgemeinde, bilden zusammen den wahren Leib Gottes, und sind die durchgeführte Menschwerdung." In der That ausgezeichnet interessant und geistreich. Zuletzt noch eine Probe des modernen, eleganten, leichtfließenden Bunsenschen Styls, der besonders dem Herrn Professor Schaff behagen muß, der sich, als ein Mann von gutem Geschmack, so sehr verletzt fühlt durch „jenen endlos verschlungenen, schwerfälligen Periodenbau, welcher die Guericke'schen Schriften entstellt. Wir wollen den Guericke'schen Styl nicht loben, es ist wahr, man muß zuweilen construiren, aber die gehabte Mühe wird doch jedesmal durch den reichen Inhalt vollkommen entschädigt. Aber wer entschädigt uns für das Studium der folgenden geistreichen Phrasenzusammensetzung? Was ist der Sinn dieser vielen Worte? „Der nach Unendlichem ringende Geist wird an die Schranken der Wirklichkeit gewiesen durch die Bedürfnisse der Gegenwart, befruchtet durch die Liebe zu den Brüdern und zu dem Vaterlande, und zu jenem Gemeinsamen, aus welchem die christliche Gesellschaft, also im höchsten Ausdruck der christliche Staat und die gesetzliche Kirche hervorgeht." — „O Schatten kühler Denkungsart!" B. — Weissagung aus der Geschichte. „Den kommenden Geschlechtern wird es vielleicht nicht zufällig erscheinen, daß der Kanonendonner der Engelsburg bei Proklamation des Dogma von dem unbefleckten Empfangensein der Maria sich mit dem von Sebastopol gemischt hat. Es besteht ein geheimer Zusammenhang wie zwischen Mensch und Erde überhaupt, so insbesondere zwischen dem Mutterschoß, der den Herrn getragen, und der Erde, die seinen Leichnam aufgenommen hat. Aus jenem ging er in der Schwachheit hervor, um der armen Sünder Mittler und Heiland zu werden, aus dieser, als der Herr Himmels und der Erden, um Gottes Kindern den Frieden zu bringen, die in Sanftmuth mit ihm das Erdreich besitzen sollen. Das zwar auch jungfräuliche Grab Josephs (Joh. 19, 41), wohin der Herr gelegt ward, war es nicht auch ein Theil der Erde, die der Herr um der Sünde willen verflucht hatte? Ja — und es kann darum eben so wenig Frieden, wie