# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1856_S4 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 4 Vorwort zu Jahrgang 1856. und unsere Verzagtheit gemeint hat. Je mehr dies nun den Glauben und Muth aller hiesigen treuen Lutheraner stärken muß, eine desto dringendere Aufforderung scheint uns zugleich darin zu liegen, daß die Einigkeit, welche Gott durch seine wunderbare Gnade bereits unter uns bewirkt hat, auch von uns mit höchster Treue und größtem Fleiße gepflegt werde. Wir wenigstens für unseren geringen Theil fühlen uns heilig verpflichtet, unser Scherflein hierzu beizutragen. Unsere Brüder in Deutschland, zerstreut wirkend in den verschiedenen Landeskirchen, haben zur Pflege ihrer Einigkeit im Glauben und Bekenntniß das Mittel freier Conferenzen, Kirchentage u. dergl. erwählt. Wir sind überzeugt, nach einer Zeit, in welcher, wie im letztverflossenen Jahrhundert, die verschiedenen Particularkirchen in einen tiefen allgemeinen Verfall gerathen waren in Lehre und Zucht, gibt es für die einzelnen Erwachenden in den verschiedenen kirchlichen Körperschaften außer dem öffentlichen schriftlichen Zeugnisse keine geeigneteren Mittel, die sich wieder kundgebende kirchliche Einheit zu fördern und zu kräftigen, als die genannten innerhalb unserer deutschen Mutterkirche jetzt gewählten. Finden aber hier nicht ganz ähnliche Verhältnisse statt und dürfen wir nicht erwarten, daß ähnliche gemeinsame Conferenzen gerade hier durch Gottes Gnade und Segen um so wirksamer sein würden, je freier hier die Kirche von den Banden des Staates ist und je mehr bloßes Theoretisiren dem ganzen hiesigen kirchlichen Leben widerstreitet? Wir zweifeln nicht daran. — So wagen wir denn hiermit die öffentliche Anfrage: Sollte nicht zur Erstrebung der endlichen Darstellung einer einigen evangelisch=lutherischen Kirche von Nord=Amerika die jeweilige Zusammenkunft von solchen Gliedern der verschiedenen lutherisch sich nennenden Synoden, welche die ungeänderte Augsburgische Confession von 1530 für den reinen und treuen Ausdruck der Lehre der heil. Schrift und ihres eignen Glaubens ohne Vorbehalt erkennen und bekennen, ersprießlich und förderlich sein? Wir unsererseits wären von Herzen bereit, an einer solchen Conferenz rechtgläubiger Lutheraner, wenn und wo dieselbe auch nach dem Wunsch der Mehrzahl der Theilnehmer stattfinden sollte, Theil zu nehmen, und wir können im Voraus die gleiche Willigkeit hierzu von mehreren hiesigen Theologen und Laien versichern, denen das Gedeihen unserer theuren evangelisch=lutherischen Kirche in dieser unseren neuen Heimath nicht weniger die tiefste Sehnsucht ihres Herzens ist und denen wir bereits den hiermit ausgesprochenen Gedanken mitgetheilt haben. Da es Thatsache ist, daß auch unter denjenigen hiesigen Lutheranern, welche von Herzen dem Grundbekenntnisse unserer Kirche anhangen, noch manche Verschiedenheit der Ueberzeugung vorhanden ist, deren Erörterung in unseren Zeitschriften leicht mehr dazu beitragen kann, die von allen ersehnte Einigung unserer Kirche aufzuhalten, als zu fördern, so kann ein persönlicher mündlicher Verkehr und Austausch ohne Zweifel nicht anders