# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1855_S375 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die lutherische Distributionsformel ꝛc. 375 wir glauben es, und wenn die ganze Welt dir nicht mehr glauben wollte, daß du wahrhaftig uns jetzt gibst, was du uns verheißen hast!? Wie? also war es auch eine Verfälschung des Wortes Gottes, als Petrus, vor Begierde brennend, den HErrn aus der ganzen Fülle seines Herzens zu bekennen , ausrief: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!?" Fürwahr, auf eine listigere und unverschämtere Weise kann selbst die Hölle die Treue gegen Gottes Wort und das entschiedene Bekenntniß der Wahrheit nicht angreifen, als daß sie, wie es hier Herr Stohlmann thut, dies für ein Einschiebsel in Gottes Wort und für ein Meistern des heiligen Geistes erklärt ! Wir müssen gestehen, daß ein Mann, der ein Lutheraner sein und an die Gegenwart Christi im Abendmahl glauben will, den Ausdruck: Das ist der wahre Leib, bei Austheilung desselben, nicht nur nicht gebrauchen (denn dazu zwingt ihn ja kein Mensch), sondern auch als Schriftverfälschung brandmarken und dem Gräuel rationalistischer Verwüstung an heiliger Stätte an die Seite setzen werde, deß haben wir uns nicht versehen. Es scheint, Gott läßt solche Dinge nur zu, damit ein Geist offenbar werde, der jetzt mitten in der rechtgläubigen Kirche sich breit machen will, der unter dem Vorgeben, den Glauben der Kirche wieder zur Geltung bringen zu wollen, denselben von Grund aus zu vernichten beabsichtigt. Nein, spricht man, nicht die in den Worten liegende Wahrheit ist es, die wir angreifen; für diese treten wir selbst in die Schranken; die Unangemessenheit dieser Worte in so heiligen Momenten der Andacht allein ist es, die wir rügen. — Wohlan, so wollen wir denn die Antwort auch auf die Frage suchen, welche Formel bei der Spendung des heil. Abendmahls für zulässig und angemessen und welche nicht dafür angesehen werden könne. Die Antwort hierauf liegt auf der Hand. Unsere rechtgläubigen und aufrichtigen Väter haben sie nach dem oben bereits Angezogenen schon gegeben, und die Richtigkeit derselben ist so einleuchtend, daß sie keiner Begründung bedarf. Jede solche Formel ist nehmlich ohne Zweifel eine zulässige und angemessene , welche den rechten Glauben der Communicanten entweder von dem Wesen oder von der Frucht oder von beidem zugleich in einfachen Worten ausspricht. Was Christus gethan und gesprochen bei Stiftung des heiligen Sacramentes, ist bereits bei der Consecration im engeren Sinne recitirt. Kommen nun die Gäste, um sich an die von ihrem himmlischen Bräutigam gedeckte Himmelstafel auf Erden zu setzen und sich speisen und tränken zu lassen mit seinem Gottesleib und Gottesblut, so ist es nun Zeit, daß auch sie, dies zu seinem Gedächtniß thuend, den Mund aufthun, die unaussprechliche Gabe zu rühmen, den, der ihr Wirth und ihre Speise zugleich ist, darob zu loben und zu preisen, seinen Tod vor aller Welt zu verkündigen und so seinen Leib und sein Blut laut bekennend zu unterscheiden. Messen wir nun hiernach alle die gebräuchlichen Distributionsformeln, so müssen wir alle diejenigen für zulässig und angemessen erklären, in welchen der Glaube ausgesprochen wird, daß die Communicanten am Tische ihres