# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1855_S371 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die lutherische Distributionsformel ꝛc. 371 gesetzten Worte, nicht für ein Essential⸗, das zum Wesen, auch nicht für ein Integralstück, das zu rechter Vollkommenheit des Nachtmahls gehörig, wie ingleichen zum Nutz und heilsamen Gebrauch des Abendmahls nothwendig sei, halten kann. In Betrachtung nehmlich: 1. daß sie der ersten Einsetzung nicht einverleibt oder ausdrücklich darinnen befohlen; 2. von St. Paulo als nothwendig zum heil. Sacrament nicht angezogen; 3. nirgends gelesen wird, daß Christus, die Apostel oder erste apostolische Kirche eine gleiche oder auch diese Formel gebraucht haben (bei welchen doch alles dasjenige, so zum heil. Sacrament seiner Substanz und Nutzens halben nothwendig ist, verrichtet worden ist). Indessen mag nicht geleugnet werden, daß zu der Kirchen Wohlstand und Erbauung sehr dienlich ist, wenn man die Verrichtung der Communion nicht eine actio muta (stumme Handlung) sein läßt, sondern einen jeden Communicanten des HErrn Christi Wohlthaten, auch dieses Sacramentes Nutz und Wirkung absonderlich erinnert, die Einfältigen informirt und unterrichtet, auch sonst manchen Menschen, der durch Recitation einer solchen Formel zu desto tieferer Betrachtung seiner Verrichtung angeführt wird, erwecket. Es geschieht auch endlich desto mehr Folge den Worten Christi: Solches thut zu meinem Gedächtniß, und Pauli: So oft ihr von diesem Brode esset ꝛc., sollt ihr des HErrn Tod verkündigen. Daß also keine Gemeinde, angeregter und auch anderer Ursachen wegen, unterlassen sollte, in des heiligen Nachtmahls Verrichtung sich eines gewissen Formulars zu gebrauchen." (Siehe: Thesaurus Dedekenni. Vol. I. P. 2. fol. 267.) Drei Jahre vorher hatte dieselbe Fakultät in derselben Weise sich ausgesprochen : „Obwohl die ausgelassene Application bei einem jeden Individuum wir nicht achten, daß dieselbe die Substantia oder Integritas Sacramenti Coenae violiren solle, so daß ohne dieselbe das Abendmahl für kein rechtes Abendmahl zu halten und zu achten wäre: jedoch werdet ihr selbst nebst und mit uns erkennen und bekennen, daß zu wahrer Erinnerung und Stärkung der Schwachgläubigen und zu mehrerem Trost es viel besser wäre, daß auch zu einem jeden Communicanten gesagt würde: Nimm hin, iß, das ist der Leib ꝛc." (L. c. fol. 268.) Daß dies nun aber die Ueberzeugung der ganzen rechtgläubigen Kirche von der Zeit der Apostel an bis auf diesen Tag gewesen sei, geht unwidersprechlich aus der Beschaffenheit und Verschiedenheit der Worte hervor, welche bei der Distribution der gesegneten Elemente je und je in der Kirche gebraucht worden sind. Die älteste bekannte Spendeformel (s. Constitt. apost. VIII, 13. vergl. Tertull. de spectacc. c. 25. Euseb. h. e. VI, 43.) war bei Darreichung des gesegneten Brods: „Der Leib Christi!" und bei der des gesegneten Kelches : „Das Blut Christi, der Kelch des Lebens!" Worauf der Empfangende zum Zeugniß, daß er in dieses Bekenntniß mit einstimme, hinzusetzte : „Amen!" Guericke, der dies in seiner Archäologie referirt, bemerkt dabei: „Die Einsetzungsworte selbst, historisch referirt (wie in dem Unions⸗