# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1855_S369 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die lutherische Distributionsformel bei Administrirung des heiligen Abendmahls. — o — Im „Lutherischen Herold" vom 15. Oktober findet sich eine mit „Karl Fr. E. Stohlmann, N.⸗Y." unterzeichnete Entgegnung auf eine im Augustheft von „Lehre und Wehre" enthaltene Beurtheilung der neuen „Agende für die ev.⸗luth. Kirche in den V. St." Diese Entgegnung bedarf darum keiner Antwort, weil sie selbst der schlagendste Beweis für den traurigen Standpunkt ist, den die Verfasser jener Agende einnehmen und der sich in derselben abspiegelt. Nur über Einen Passus in jener Entgegnung glauben wir nicht schweigen zu dürfen. Nicht weil darin wenigstens der Schreiber mit scheinbaren Gründen sich herangelassen hätte und somit selbst rechtgläubige Lutheraner in Verwirrung setzen könnte, sondern weil darin ein Gegenstand berührt ist, der wohl einer ernsten Besprechung würdig ist. Der Passus ist folgender: „Den Trost haben wir bei unserer Liturgie, daß, wenn auch Einiges vielleicht schärfer hätte „„betont"" werden können, wir doch den Mißton nicht haben, den nicht allein Löhe's Agende aufweiset, sondern der überall von den Altlutheranern als der rechte herausgestrichen wird. Wir meinen das Wort „„der wahre"" und „„das wahre"" in der Distributionsformel. Der Mißton überschreitet hundert andere Mängel anderer und verdächtigt den regsten Eifer seiner Vertheidiger. Ja, der darin ausgesprochenen Wahrheit stimmen wir von Herzen bei, klagen alle, die dieselbe verwerfen, der Blindheit und, wenn sie Lutheraner sein wollen, der Unredlichkeit an; haben Nichts dagegen, sondern fordern auf, daß das theure Kleinod dieser schriftbegründeten Lehre, auf welcher die süßesten Hoffnungen des Christen in Betreff einer einstigen verklärten Leiblichkeit beruhen, gepredigt und im Abendmahlsformulare kräftigst hervorgehoben werden; — aber dasselbe ins Gotteswort einzuschieben, ins Schriftcitat, — die Declaration des heiligen Geistes (!) in dem heiligen Augenblicke der Spende meistern, gar überbieten und verbessern zu wollen, in den Moment der Vermählung des um Erbarmen bettelnden Sünders den Lehrunterschied, den Zankapfel, das Schibboleth mischen zu wollen, den Hader um das größte Geheimniß des Glaubens in den Kelch des Blutes und zu den heiligen Wunden, für eine so arme Welt geschlagen schleppen zu wollen, — nein, das ist eben so jämmerlich, als wenn die Baptisten die Bibel verpfuschen, oder als wenn Rationalisten bei der Spende einen Witschelschen Vers gebrauchen. Und wenn man sagt: Luther habe es so gehalten , so behaupten andere, er habe es nicht gethan. Und wenn er es damals so gehalten hätte, so entschuldigen es jene Zeiten gar leicht. Käme er jetzt aus seinem Grabe, er würde gewiß sagen: laßt euch ein Wort genügen und redete er nicht so, so würde ihm Paulus widersprechen." Dies der Passus. Um Herrn Stohlmanns willen über denselben ein Wort zu verlieren, kann uns natürlich nicht einfallen. Dieser Herr achtet blos für beherzigungswerth, was er selbst schreibt; eine von Gott gebotene 24