# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1855_S368 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 368 Auslegung von 1 Corinther ꝛc. zu suchen und zu berechnen, welche wohl die Unglücklichen sind, die ungläubig sitzen am Tische des Herrn; so lange eure Genossen am Abendmahl nicht unbußfertig in öffentlichen Sünden verharren, so lange haltet dafür, daß sie würdig zum heil. Abendmahl kommen, und so ihr einen sehet, der leichtsinnig oder unbedacht der alten Sünde sich zuwendet und seines Antheils am Tische des Herrn vergißt, so warnt ihn und trachtet ihn zu halten bei rechtem Brauch des Sacraments. Vor Allen aber, so wie ihr nur denkt an unwürdige Abendmahlsgäste, schlagt in euch, prüft euch selbst zuerst, ob ihr würdiglich empfangt die hohe Gabe, würdiglich wandelt des köstlichen Besitzes des Leibes und Blutes Christi. Ist der, welcher nicht glaubt an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes, schon gerichtet, wird der, welcher sich nicht durch das Evangelium erretten lassen will, von der Sünde und deren Solde, verstockt durch eigne Schuld, welch erschreckliches Gericht der Verstockung führt der über sich, der sich nicht scheut, ohne Glauben Leib und Blut Christi zu nehmen, ohne Glauben der Gemeinschaft anzugehören, die Leib und Blut Christi besitzt als ihr edelstes Gut und innigstes Band ihrer Vereinigung. Wehe dem, welcher, eingeladen zum Hochzeitsmahle des Herrn, nicht kommt, dreimal Wehe dem, der kommt und mit genießt und ohne hochzeitliches Kleid, ohne Glauben erfunden wird. Mag sein Unglaube auch während seiner irdischen Tage nicht also an den Tag kommen, daß die Gemeinde ihn ausschließen müßte vom Mitgenuß des heil. Abendmahls, er macht das, was nach Gottes Willen ihm das Siegel seiner Erwählung sein sollte, zum Brandmahl seines Gewissens, er wendet das, was ihn aufs innigste mit der Christengemeinde verbinden sollte, dazu an, daß er ein rechtes Kind des Teufels im Reiche des Teufels wird, und wenn er dann endlich kommt vor das letzte Gericht, da wird von dem Herrn, der nehmen kann wie geben, das heilige Eigenthum in seinem Besitz unversehrt und unbefleckt zurückgenommen und er selbst hinausgestoßen werden, aus der Gemeinschaft dieses Eigenthums, aber dies, daß er einstmals Mitgenoß der Gemeinschaft des Leibes und Blutes Christi war, das wird als ein unauslöschliches Brandmahl mit in dem ewigen Feuer brennen, dessen Pein die Sehnsucht weckt nach einem Tröpflein Wasser am Finger der vollendeten Gerechten. Man sagt, unser Bekenntniß, daß wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brods und Weins im Abendmahl gegenwärtig sei und da ausgetheilt und genommen werde, mache faule Christen. Aber unser Bekenntniß stimmt mit dem Worte Gottes; mahnend und dräuend hebt sich in ihm der Finger des Gesetzes empor, süß und lieblich lockend spricht aus ihm zu unserem Herzen das ewige Evangelium. —