# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1855_S365 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Auslegung von 1 Corinther ꝛc. 365 mit seinem Leibe gegenwärtig sein und nicht, wo er solche Gegenwart in seinem Worte verheißt, heißt den Leib Christi in einem begränzten Raum einschließen wie unsere irdischen Körper. Paulus dagegen spricht so, daß wir den Leib Christi nicht nach den Gesetzen betrachten dürfen, die wir an irdischen Körpern wahrnehmen. Schon beim Abendmahlsbrode soll man daran denken, daß alle Abendmahlsgenossen ein und dasselbe Brod, nemlich Abendmahlsbrod empfangen; indem er so aus dem Gedanken an die Abendmahlsgemeinschaft Alles entfernt, was an Zertheilung des Brodes unter die einzelnen Mitgenossen und daher an den Genuß einzelner Theile des Brodes erinnern könnte, dagegen Alles hervorhebt, was die Gäste am Tische des Herrn zu einem Leibe vereinigt, dessen Glieder allen Genuß und Besitz des ganzen Leibes ungetrennt und unzertheilt mit einander gemein haben, indem er dann erklärt, um deßwillen könne er vom Brode aussagen, es sei Gemeinschaft, nicht bloß Mittel zur Darreichung des Leibes Christi, macht er uns darauf aufmerksam, daß wir nicht an ein Zertheilen des Leibes und Blutes Christi beim Abendmahl denken dürfen. Der einzelne Abendmahlsgast genießt Leib und Blut Christi ganz und ungetheilt, die Abendmahlsgenossen als Gemeinschaft ebenfalls, und diese Gemeinschaft hat dieselben Gnadengüter so in Besitz, daß sie selbst als Ganzes und jedes ihrer Glieder Leib und Blut Christi hat. Bedenken wir dazu, daß nach Pauli Worten Leib und Blut Christi bei den einzelnen Genießenden und bei deren Gemeinschaft gleichermaßen bleibt, so müssen wir einsehen, daß Paulus Leib und Blut Christi im Abendmahl nicht betrachtet wissen will nach den Gesetzen, unter welchen irdische Körper stehen oder irdische Speise genossen und verbraucht wird, vielmehr allen Lehren widerspricht, welche Leib und Blut Christi beim Abendmahl etwa eingeschlossen im Himmelsraum oder im Brod und Wein, oder gegenwärtig bei Brod und Wein, wie die Wärme beim Licht, oder so vorstellen, daß wir Brod und Wein in sie verwandelt glauben sollen. Unbedingt bestätigt Paulus die Lehre unserer Kirche, welche Gegenwart und Genuß von Leib und Blut Christi im Abendmahl für wirklich, aber sie sacramentell, d. h. in dieser Art nur beim Sacrament vorkommend erklärt und jede nähere Bestimmung aus Natur oder Vernunftgesetzen abweist. Auch die Lehre, welche Gegenwart und Genuß von Leib und Blut Christi im heil. Abendmahl durch den Glauben geschehen läßt und also vom Glauben des Empfängers abhängig macht, kann vor Pauli Worten nicht bestehen. Stellt sich diese Lehre so, daß sie Brod und Wein für Zeichen ausgiebt, bei deren Genuß man sich des Leibes und Blutes Christi erinnern, oder so daß sie den Genuß von Leib und Blut Christi für nichts weiter hält, als für eine gläubige Annahme der Früchte des Versöhnungstodes Christi, so widerspricht sie dem Paulus, der Leib und Blut Christi für gemeinsamen Besitz der Abendmahlsgenossen hält. Andere indeß behaupten einen Genuß des Leibes und Blutes Christi selbst durch den Glauben, nemlich so, daß der Glaube eine Kraft oder die Kräfte des Leibes und Blutes Christi aufnehme, dadurch denn