# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1855_S362 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 362 Auslegung von 1 Corinther ꝛc. Gott galt es auch nicht, Götzen, welchen sie zu opfern meinten, gab es nicht, wem opferten sie also? Gewiß doch dem, dessen Verführung sie zum Götzendienst brachte, dem, dessen Willen sie thaten, indem sie ihren Eigenwillen vollbrachten, und in dessen Gewalt sie mit jeder Erfüllung seines Willens mehr geriethen, dem Teufel. Der Grieche z. B. fürchtete, Zeus zürne ihm; wer erregte diese Furcht? nicht Zeus, denn der war nichts, wohl aber die Teufel; der Grieche brachte deshalb dem Zeus ein Sühnopfer, aber machte er sich den Zeus zum Freunde? o nein, Zeus war nichts; aber die Teufel machte er sich allerdings zu Freunden, so daß sie ihn nur desto tiefer in Irrthum und Verdammniß versenkten. Daher konnte Paulus behaupten, das, was die Heiden nach ihrer Meinung den Götzen opferten, das opferten sie den Teufeln. Diejenigen also, welche dergleichen Opfer verzehrten, sie mochten nun Christen oder Heiden heißen, hatten eine Gemeinschaft der Teufel unter einander, d. h. hatten mit einander gemein die Schmach und Verdammniß, unter der Herrschaft der Teufel zu stehen, der Verführung derselben ausgesetzt zu sein, zur Gemeinschaft der Heiden zu gehören, und das Alles, während sie sich vielleicht für die besten und freiesten Christen hielten. Bei dieser Erklärung angelangt, konnte nun Paulus schließen: Theilnehmen an den Götzenopfermahlzeiten ist Theilnehmen an der Teufel Tische, allein der Gedanke, daß Christen in Corinth sich zu solchem Gräuel hatten verführen lassen, hat sein Herz mit Entsetzen erfüllt und treibt ihn, sogleich hinzuzufügen: ich will aber nicht, „daß ihr in der Teufel Gemeinschaft sein sollt;" den Schluß selbst zu machen, überläßt er seinen Lesern. Er hat gezeigt, daß Gastsein bei den Götzenopfermahlzeiten ist Gastsein an der Teufel Tische; er hat vorher gezeigt, was das heißt, am heil. Abendmahl, dem Tische des Herrn, mit der Christenheit zu sitzen, es heißt, mit der Christenheit Leib und Blut Christi gemein haben: daraus folgt, daß III. die Christen nicht an den Götzenopfermahlen Theil nehmen dürfen. V. 21. „Ihr könnt nicht zugleich trinken des Herren Kelch und der Teufel Kelch; ihr könnt nicht zugleich theilhaftig sein des Herren Tisches und der Teufel Tisches." Kraftvoll und überzeugend faßt der Apostel in dem Endschlusse den Inhalt seiner Rede zusammen und zeigt alsdann in einer Frage den verführten Christen in Corinth, wie sie selber ihre Handlungsweise beurtheilen müssen: V. 22. „Oder reizen wir den Herrn zum Eifer, sind wir stärker denn er?" Die Corinther sollen erkennen, daß sie mit ihrem Muthwillen und Mißbrauch der christlichen Freiheit den Herrn reizen, sie zu züchtigen, also in der Weise handelten, als wären sie stärker, denn der Herr. Aber wie in der ganzen Rede, so legt ihnen Paulus jenes Urtheil über ihre Handlungsweise in einer Frage vor, damit sie in dem „ja," welches er von ihnen erwarten kann, sich selbst das Urtheil sprächen. Auch sagt er nicht „ihr," sondern „wir," nicht „seid ihr," sondern „sind wir," damit die Corinther einsähen und urtheilten, sie handelten nicht in Uebereinstimmung mit Paulus und den anderen Chri-