# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1855_S361 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Auslegung von 1 Corinther ꝛc. 361 Götzendiensten und dem Unsegen oder Fluch des Götzenaltares, wenn sie auch gerade nicht mit geopfert haben; ja sie gehören zu der Gemeinschaft, welche Götzendienst und Unheil der Götzenaltäre gemein haben, sind Heiden, sie mögen sich Christen nennen, so viel sie wollen. Allein auch zu diesem Schluß schreitet der Apostel nicht sogleich fort. Er mußte erwarten, die klugen Corinther würden ihm antworten: richtig, aber wir wollen dir daraus noch eine andere Folgerung machen, die deinen ganzen Beweis umstoßen wird. Diese Folgerung zieht er daher selbst, indem er sie frägt, ob er nicht nach ihrer Meinung das nun Folgende behaupte, und schließt deshalb die nächste Frage mit einem Verbindungsworte der Folge, mit „nun" an: V. 19. „Was sage ich nun? Daß ein Götzenopfer etwas sei, oder daß ein Götze etwas sei?" Die Corinther würden, so setzt Paulus voraus, aus seiner Behauptung, Theilnahme am Götzenopferessen sei auch Theilnahme am Götzenopfer selbst, folgern, er lehre, daß ein Götzenopfer oder, was damit zusammen hinge, daß ein Götze etwas sei, da er doch ihnen gepredigt hatte, es sei nichts mit den Götzen, denen die Heiden opferten, sie seien keine bestehenden Wesen, sondern nur Erdichtungen des abgöttischen Herzens, 1 Cor. 8, 4. Würden sie aus seinen Worten solche falsche Lehre und Widerspruch gegen seine frühere Predigt ziehen, frägt er sie, voraussetzend, daß sie ja darauf antworteten, und antwortet alsdann selbst mit V. 20. „Sondern daß, was sie opfern, sie den Teufeln und nicht Gott opfern; ich will aber nicht, daß ihr in der Teufel Gemeinschaft sein sollt." Paulus spricht das „nein" gar nicht aus, aber er nöthigt uns, dasselbe zu ergänzen, indem er als Gegensatz und daher mit „sondern" das vorträgt, was er von den Götzenopfern hält; durch diese Nöthigung weist er ganz besonders stark von sich ab, was etwa die Corinther in seinen Worten an verkehrter Lehre suchen möchten. Auch ein „das sage ich" müssen wir aus den vorhergehenden Worten ergänzen, wie Luther es mit Recht thut; es ist durchaus griechisch, da wo man stark und lebhaft redet, sehr knapp mit den Worten zu sein und dem Hörer viel zu denken zu geben. Die Worte selbst zeugen von der tiefen und lebhaften Herzensbewegung, mit welcher der Apostel jetzt den zweiten Gegensatz vollendet, nemlich daß, die an den Götzenopfermahlzeiten Theil nehmen, an der Teufel Tische sitzen, eben sowohl wie die, so an den jüdischen Opfermahlzeiten mit aßen, damit Gott anbeteten und an den mit dem Opfer verbundenen Gnaden Gottes Antheil erhielten. Schon Cap. 8, 5 hat der Apostel neben der bestimmten Behauptung, mit den Götzen sei es nichts, auch gelehrt, daß es Mächte gäbe, die man Götter nenne, theils eine unsichtbare Schöpfung, die guten Engel und die Teufel (Col. 1, 16), theils sichtbare, die Obrigkeiten und Herren (Joh. 10, 34; Ps. 82, 6), obwohl nur ein einiger Gott sei und ein einiger Herr über Alle. Nun behauptet er, die Heiden opferten nicht, wie sie meinten, ihren Götzen, wohl aber den Teufeln. Eine gleichgültige Handlung war ihr Opfern nicht, gewiß nicht, dem lebendigen