# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1855_S360 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 360 Auslegung von 1 Corinther ꝛc. was mit dem Brod und Wein im heil. Abendmahle den Genießenden gegeben wird, sondern das Verhältniß gemeinsamen Besitzes, in welches dieselben zu einander treten durch den Genuß, zeigt er, daß die, so mit einander am Tische des Herrn sitzen, a. den Leib und das Blut Christi genießen; b. daher unter einander eine Gemeinschaft haben, deren Besitz Leib und Blut Jesu Christi, ungetheilt und ungetrennt, ist; c. daß deshalb jeder Christ nicht nur beim jeweiligen Genusse des heil. Abendmahls, sollte auch derselbe im Unglauben geschehen, Leib und Blut Christi empfängt, sondern im Besitze dieser Gnadengüter ist als Genoß eben derjenigen, die unter einander Leib und Blut Jesu Christi gemein haben. Ob sie nicht aller solcher Gnaden am Tische des Herrn gewürdigt würden, hat Paulus die Corinther gefragt; er weiß, daß sie „ja" darauf antworten. Er hätte daher sogleich den Schluß ziehen können: ihr dürft euch also nicht mit den Heiden zu Tische setzen zum Essen des Götzenopferfleisches. Allein die klugen Corinther hätten ihm geantwortet: was gehts uns an, ob es Götzenopferfleisch ist oder nicht, was wir da essen, wir haben nichts zu thun mit den Götzenopfern, gehen eben zu Mahlzeiten mit unseren Freunden und Verwandten. Der Apostel kann daher den Schluß noch nicht ziehen, muß vielmehr erst den Beweis bringen, welcher den zweiten Theil unseres Abschnittes bildet: II. daß indem sie an den Götzenopfermahlzeiten sitzen, sie an der Teufel Tische Theil nehmen. Die ganze Rede erhält auf die Weise die Form eines Schlusses aus einer Zusammenstellung von Gegensätzen (eines Syllogismus). Wie man nun dergleichen Gegensätze ohne Verbindungswort neben einander zu stellen pflegt, so beginnt auch der Apostel die Ausführung des zweiten Gegensatzes (des Minor) ohne Verbindungswort: V. 18. „Sehet an den Israel nach dem Fleisch. Welche die Opfer essen, sind sie nicht in der Gemeinschaft des Altars?" Paulus weist seine Leser hin auf das Volk der Israeliten, welches er zum Unterschied von dem Israel nach dem Geist, d. i. dem Christenvolke, nennt das Israel nach dem Fleisch (vergl. Röm. 4). Ein Israelit, z. B. El Kana opfert, andere Israeliten, z. B. Peninna und ihre Söhne und Hanna sitzen mit ihm zu Tische und essen das Opferfleisch; ists nun bloß El Kana, der in der Gemeinschaft des Altares ist, der also mit dem Volke Israel den Altar, dessen Gottesdienste und dessen Segnungen gemein hat? haben nicht auch jene anderen Israeliten dadurch, daß sie am Essen des Opferfleisches Theil nehmen, mit dem El Kana und dem Volke Israel überhaupt das Opfer und den Segen des Altars gemein? — Die Corinther müssen antworten: ja, Alle welche die Opfer essen, haben Antheil an dem Gottesdienste und den Segnungen des Altars. Gut denn, könnte Paulus nun schließen, so haben diejenigen, welche die Götzenopfer mit verzehren halfen, auch Antheil an den