# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1855_S359 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Auslegung von 1 Corinther ꝛc. 359 mittheilt, so ist die Gemeinschaft zwischen Gott und Menschen, da Gott den Kelch segnet und giebt und die Menschen nehmen, der Neue Bund; statt indeß von jener Gemeinschaft solches auszusagen, wird es ausgesagt von dem, was jene Gemeinschaft bewirkt oder vermittelt, nemlich vom Kelch. Dergleichen Redeweise kommt also auch anderswo in der Schrift vor, nicht bloß in unserem V. 16. Allein warum spricht der Apostel in dieser Weise? warum hebt er nicht also an: Haben wir, die wir mit einander den gesegneten Kelch, den wir segnen, trinken, nicht mit einander Gemeinschaft des Blutes Christi? u. s. f., und, daß ich sogleich noch eine Frage hinzuthue, warum bemerkt der Apostel nicht wenigstens bei Brod und Kelch dies, daß wir sie gemeinschaftlich genießen, und führt uns so rascher und leichter zu dem Gedanken, daß wir durch sie eine Gemeinschaft bilden, warum bemerkt er statt dessen bei Brod und Kelch die Thätigkeiten, durch welche Gott vermöge Seiner Diener das Abendmahl bereitet? Die Antwort findet sogleich, wer den eben angegebenen Satz, den wir erwartet hätten, zusammt den Nebensätzen, welche den gemeinsamen Genuß der Elemente andeuten würden, an die Stelle von V. 16 und 17 setzt: die Lebendigkeit und Kraft der Darstellung geht sogleich damit verloren. Indem der Apostel anhebt: „der gesegnete Kelch, welchen wir segnen" u. s. f., führt er uns mit hinreißender Gewalt mitten in die christliche Gemeinde, da sie gerade das heil. Abendmahl feiert. Wir sehen die Gläubigen versammelt um den Tisch des Herrn, sie haben das Liebesmahl mit einander gehalten, der Kelch, ja der Segenskelch steht vor dem Aeltesten; dieser segnet ihn, aber er ist ein Knecht des Herrn, der Herr selbst segnet den Kelch durch ihn, der Herr dient selber zu Tische in der Gemeinde, o eine selige Gemeinschaft, da sie solchen Trank empfangen, sie ist die Gemeinschaft des Blutes Jesu Christi. — Wunderbar herrlich und ergreifend malt der Apostel seinen Lesern den Tisch des Herrn ab, gerade indem er „den gesegneten Kelch, den wir segnen," „das Brod, das wir brechen" voranstellt, und daran die Aussage knüpft, die der durch Brod und Kelch gewirkten Gemeinschaft gehört, Abscheu vor der Theilnahme an den Götzenopfermahlzeiten konnte er sicherer und mächtiger in keiner anderen Weise erregen, als in dieser. Die außerordentliche Fülle der Gedanken, die der Apostel in den kurzen Worten V. 16 und 17 ausspricht, nöthigt uns, zur Uebersicht einen Rückblick auf die versuchte Auslegung zu machen. Die Hauptpunkte der ganzen Darstellung sind die folgenden: 1. Dadurch, daß der Apostel nicht den gemeinsamen Genuß am Brod und Wein und die dadurch bewirkte Gemeinschaft der Christen, sondern Brod und Wein und die göttliche Thätigkeit des Segnens und Brechens zum Gegenstand der Aussage (Subject) der beiden Fragen macht, stellt er seinen Lesern den Tisch des Herrn, da Gott selber zu Tische dient, mit anschaulicher Lebendigkeit und großer Kraft vor die Seele. 2. Dadurch, daß er zur Aussage macht (zum Prädicat) nicht bloß das,