# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1855_S358 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 358 Auslegung von 1 Corinther ꝛc. wo es erwähnt wird, da denkt man auch daran, daß alle Christen mit einander dies eine und kein anderes genießen. Daraus folgert alsdann der Apostel, daß, weil gemeinsam von allen Christen genossen, dies Abendmahls-Brod die Christen alle, so viele ihrer auch sein mögen, zu einem Brode, einem Leibe vereinigt; zu „einem Brode," sagt der Apostel zuerst, da man aber Lebende gern mit Lebendigem zusammenstellt, so fügt er als nähere Bestimmung und deshalb ohne Verbindungswort (wie „oder" z. B.) hinzu „ein Leib"..., damit erinnernd an Stellen wie 1 Cor. 12, 12 ff., wo die Vereinigung der Christen unter einander und mit Christo als dem Haupte unter dem Bilde eines Leibes so anschaulich dargestellt wird. Der gemeinsame Genuß des einen Abendmahls-Brodes macht aus den Christen eine Vereinigung gleich einem Brode, einem Leibe, das ist der Grund, weshalb Paulus von dem Brod, das wir brechen, aussagt, es sei Gemeinschaft; und fügen wir nur sogleich hinzu, der gemeinsame Genuß des Kelches, den wir segnen, macht aus den Christen eine Vereinigung, so daß der Kelch, den wir segnen, auch recht wohl die Aussage bei sich haben kann, er sei Gemeinschaft: solches ist des Apostels Spruch in V. 17. Wir haben gewiß recht, das was hier vom Brod gesagt wird, auch auf den Kelch in seiner Art zu übertragen: der Apostel thut den gleichen Ausspruch, nemlich daß er die Christen zur Gemeinschaft vereinige, nicht ausdrücklich vom Kelch, weil er von jedem Leser ohne Anstand hinzugefügt wird; daß er aber gerade vom Brode so spricht, kommt daher, weil von diesem in zweiter Stelle die Rede ist, und daher die erforderliche Begründung eben an dieses sich leicht anknüpft. Allein ist es uns nun aus V. 17 schon verständlich, weshalb Paulus zu Brod und Wein die Aussage stellen kann, sie seien Gemeinschaft? Gewiß, wir verstehen dies, daß Brod und Wein im heil. Abendmahl die Christen alle zu einer engen Gemeinschaft verbindet, daß wo man an jene Elemente des Sacraments erinnert wird, man auch zugleich daran denkt, daß sie Gemeinschaft bilden, endlich daß namentlich in V. 16 der Gedanke an diese Wirkung von Brod und Wein im Abendmahl noch um so lebendiger uns entgegen tritt, weil bei beiden das bemerkt ist, was wir in der Gemeinschaft mit den Elementen thun, um sie zum Sacrament auszusondern, nemlich das Segnen und Brechen, weil also eine bestimmte Hindeutung auf die Gemeinschaft wirklich dabei steht. Aber immer ist doch Brod und Wein zusammt dem Segnen und Brechen das, wodurch die Gemeinschaft bewirkt wird, und von diesem das ausgesagt zu sehen, was doch eigentlich von der dadurch bewirkten Gemeinschaft ausgesagt sein sollte, das scheint uns mindestens nicht deutsch zu sein. Und es ist wahr, deutsch ist diese Redeweise nicht, desto mehr aber griechisch; der beste alte griechische Schriftsteller hätte nicht daran Anstoß genommen. So wird Lucä 22, 20 von dem Kelch des Abendmahls ausgesagt, er sei der Neue Bund, weil durch den Kelch das Blut Christi mitgetheilt werde („in meinem Blut"); nun ist der Neue Bund die Gemeinschaft zwischen Gott und Menschen, die durch das Blut Christi hergestellt worden ist, und weil Gott eben dies Blut des Neuen Bundes durch den Kelch