# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1855_S357 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Auslegung von 1 Corinther ꝛc. 357 denn aus dem, was die Corinther dem Apostel zugestehen mußten, erwies es sich, daß wer von Zeit zu Zeit das heil. Abendmahl genoß, auch für die Zeit, da er nicht gerade an des Herren Tische saß, ein Mitgenoß war des Leibes und Blutes Jesu Christi. Gesetzt also, der Christ in Corinth saß dort beim fröhlichen Gelage meinetwegen zu Ehren der Aphrodite; gewiß in dem Augenblick bekannte er sich nicht zur christlichen Gemeinde durch den Genuß des heil. Abendmahls, aber seine christlichen Brüder, die es sahen, mußten erklären, da sitzt einer der Unseren, der mit uns Leib und Blut Jesu Christi gemein hat, und Gott sah in ihm doch immer den, der Mitgenoß seiner köstlichsten und edelsten Gabe, des Leibes und Blutes seines eingeborenen Sohnes war. Mußte nicht Grauen und Entsetzen vor aller Theilnahme am heidnischen Wesen ihn ergreifen? Er hatte vielleicht noch das letzte Mal würdiglich am Tisch des Herrn gesessen und Leib und Blut Christi empfangen sich zum Segen, und nun, da er mit den Heiden das Götzenopfermahl aß, wurde ihm dasselbe, was ihm zum Segen gegeben war, zum Gericht! Wahrlich man sollte es nicht für eine so geringe Sache ansehen, Mitglied der christlichen Gemeinschaft und dadurch Mitgenoß des Leibes und Blutes Jesu Christi zu sein; die Verbindung der Gemeindeglieder unter einander ist durch die Gemeinsamkeit der Gnadenmittel, namentlich dadurch, daß sie Leib und Blut Christi mit einander gemein haben, so eng, daß man nicht so ohne weiteres wieder davon kommen kann, sondern sicherlich durch eigne Schuld unter Gottes schreckliches Gericht geräth, wenn man sich von der christlichen Gemeinde ausschließt; und die Gnadengüter sind so herrlich, im heil. Abendmahl sogar Leib und Blut Jesu Christi, daß dieselben zu nehmen und doch am groben oder feinen Götzendienste Theil zu nehmen eben so viel ist, wie sich selbst in die ewige Verdammniß zu stürzen. Wenn das Alles, so möchte jemand sagen, der Inhalt von V. 16 ist, so drückt es doch der Apostel eigentlich recht seltsam aus; man sollte erwarten, er habe etwa so geredet: „Haben wir, die wir Brod und Wein im heil. Abendmahl mit einander genießen, dadurch nicht mit einander Gemeinschaft des Leibes und Blutes Christi?" dagegen sagt er vom Brod und Wein im heil. Abendmahl aus, sie seien jene Gemeinschaft. Wirklich muß Paulus auch erwartet haben, man werde sich über die Weise seiner Rede wundern, denn er zeigt in einem Nebensatze und zwar einem begründenden mit „denn" den Grund, weshalb er so rede und reden könne: V. 17. „Denn ein Brod, ein Leib sind wir die vielen, dieweil wir alle eines Brodes theilhaftig sind." Der begründende Satz mit „denn" findet wieder seine Begründung in einem ihm untergeordneten mit „dieweil." Dieser letztere hebt die Eigenthümlichkeit des Abendmahl-Brodes hervor, daß wo es auch nur gegessen wird in der Christenheit, es überall dasselbe ist; es mag sehr verschiedener Beschaffenheit sein, z. B. von verschiedenen Kornarten bereitet, es mag gebrochen oder geschnitten werden zum Herumreichen, es ist Brod des heil. Abendmahls und-