# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1855_S355 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Auslegung von 1 Corinther ꝛc. 355 nen. Das „richtet ihr, was ich sage" ist eben das Werk, womit die Klugen beweisen sollen, daß sie Schlüsse machen können. Paulus kommt ihnen daher auch mit lauter Fragen und setzt ihre Antworten voraus, so daß sie sich selbst mit denselben schlagen, überführen müssen. Kommt, spricht er, ihr klugen Leute, überführt euch einmal selbst: bedenkt I. die Gnade, der ihr von Gott gewürdigt werdet, da Er euch am Tische des Herrn Theil nehmen läßt. V. 16. „Der gesegnete Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brod, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?" Daß der Apostel gerade durch Hinweisung auf die Feier des heil. Abendmahls zeigt, wie die Theilnahme an den Götzenopfermahlzeiten sich nicht gezieme, ist natürlich, da beide Festlichkeiten die äußere Form von Mahlzeiten haben und daher einander gegenübergestellt werden können, da ferner dem Christen sein Antheil an den Gnaden unseres Herrn Christi und die Fülle der Herrlichkeit dieser Gnaden durch nichts so fest und völlig bezeugt wird, wie durch jenes hochwürdige Sacrament. Es unterscheidet auch äußerlich und sichtbar den Christen von den Heiden und Ungläubigen; und derselbe Christ, so hoch begnadigt, wollte an den Festmahlen des Götzendienstes Theil nehmen? Den Kelch des heil. Abendmahls erwähnt der Apostel zuerst, weil derselbe seiner Erinnerung wohl am ersten entgegen trat. Damals feierten die Christen das heil. Abendmahl bei ihren Liebesmahlen, da die Gemeinde sich zu Tische setzte, wie der Herr Christus mit seinen Jüngern in der Nacht des Verraths; das Liebesmahl begann mit der Austheilung des Brodes und schloß mit dem Genuß des gesegneten Kelchs. Genossen daher zu einer Zeit, wo durch das ganze voraufgehende Liebesmahl das Bewußtsein der Liebesgemeinschaft in Christo geweckt sein mußte, machte sich der Kelch leicht am ersten der Erinnerung der Abendmahlsgenossen bemerklich. Den Kelch für den darin enthaltenen Wein genannt zu sehen, sind wir aus dem Evangelium gewohnt, ist auch eine Redeweise, die wir selbst führen und die daher kommt, daß Wein wie alle Flüssigkeit des Gefäßes bedarf, um nicht verschüttet zu werden. Wenn der Apostel endlich den Kelch, den wir segnen, den gesegneten Kelch nennt, oder, wie es wörtlich übersetzt heißt, den Kelch des Segens, so sagt er damit, daß derselbe Segen bringt, wie er z. B. Röm. 1, 4 den Geist, der heiligt, als den Geist der Heiligung bezeichnet; mit dieser Fülle des Ausdrucks aber, daß er von dem Kelch als solchem spricht, der gesegnet wird und Segen bringt, gewinnt er die Herzen seiner Leser zu besonders ernstlicher Betrachtung der Gnaden, der sie durch das heil. Abendmahl theilhaftig werden. Das Brod, welches man beim Anfang des Liebesmahls herumreichte, führt der Apostel in der zweiten Stelle vor, weil es, übrigens so wichtig wie der Wein, doch nach seiner Stellung am Anfang des Liebesmahls ihm nicht so lebhaft, wie der Kelch, in die Erinnerung trat. Nicht ausdrücklich bemerkt