# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1855_S348 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 348 Vermischte kirchliche Nachrichten. unten sagt derselbe Verfasser: „Wie wunderlich paart sich in unsern Tagen der blindeste Unglaube mit dem Aberglauben an gespenstische Visionen, so wie an Zeichen und Kundmachungen wahrsagender Geister! Aber ein furchtbarer Characterzug bleibt diesen verschiedenen Richtungen unsers Zeitalters gemein: die Vergötterung (sogenannte Rehabilitation) des Fleisches, die Entbindung desselben von aller göttlichen wie menschlichen Zucht und Ordnung, im Gefolge der Verlästerung alles dessen, was heilig und göttlich ist. Das sind Vögel, welche nur bei Nacht fliegen." Dem HErrn sei Preis, daß dieser ehrwürdige Greis jene seine einstmalige Verirrung noch diesseit des Grabes erkannt und der Christenheit eingestanden hat. Möchte damit auch dem Aergerniß gesteuert sein, welches seine Darstellung dämonischer Wirkungen als Erscheinungen der Welt guter Geister bewirkt hat. Möchten durch obiges Geständniß überhaupt viele zur Besinnung kommen, die noch immer, aller Gabe, Geister zu prüfen, ermangelnd, in einer Jung-Stilling'schen „Theorie der Geisterkunde," in Oetinger'schen Phantasieen, ja wohl in noch unheimlicherem, mit dem Titel Magnetismus, Somnambulismus und dergleichen beehrten, Geisterspuk besondere Aufschlüsse über göttliche und natürliche Kräfte und höhere Weisheit zu finden meinen. Vermischte kirchliche Nachrichten. Pfarrer Haag. Denselben betreffende fernere Berichte entnehmen wir dem „Freimund," wo wir u. A. Folgendes lesen: „Es sind nach und nach herbe polizeiliche Maßregeln gegen Pfarrer Haag und gegen seine Familie ergriffen worden; unter anderm wurde in dem Orte Ispringen ein jeder mit einer Geldstrafe von 25 Fl. bedroht, der denselben in seinem Hause beherbergen würde. Alle Bitten um Anerkennung Haags als (lutherischen?) Pfarrers der Ausgetretenen wurden einfach zu den Acten gelegt und nicht weiter berücksichtigt; sogar seine Familie wurde mit Ausweisung bei hohen Geldstrafen, im Falle sie sich nicht sofort aus dem Orte entferne, bedroht und nur eintretende Krankheit der Gattin hat Suspension dieser Maßregel herbeigeführt. — Pfarrer Haag suchte an entfernteren Orten mit denjenigen, die ihn zu ihrem Pfarrer berufen wollten, zusammenzukommen, es traten ihm aber allenthalben auflauernde Gensd'armen in den Weg. Dem allem ist nun Pfarrer Haag mit Einem male entgangen, indem er eine Anstellung in Preußen angenommen hat. So eben bringt ein Localblatt folgende Nachricht: „„Pfarrer Haag ist als Inspector an der lutherischen Missionsanstalt in Berlin eingetreten."" *) — Neue Verwirrung! In dem unirten Berlin findet sich nirgends eine lutherische Missionsanstalt. Die zwei in Berlin befindlichen Missionsanstalten stehen im Verbande der preußischen unirten Landeskirche, genießen in derselben das heil. Abendmahl und stehen unter unir- *) Nach dem Preuß. luth. Kirchenblatt soll Haag Missionsreiseprediger geworden sein.