# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1855_S344 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 344 Excerpte als Beiträge zur pastoralen Casuistik. Brüder sich die Mühe nähme, dieselbe Wort für Wort zu vergleichen und das Resultat zu veröffentlichen, denn das Buch ist es werth, wo möglich in alle Familien gebracht zu werden. — Das Werkchen ist auch in englischer Uebersetzung zu Nürnberg im Jahre 1847 bei Sebald mit einer Vorrede Herrn Pfarrer Löhe's erschienen, unter folgendem Titel: Epitome credendorum by the Rev. Nicolaus Hunnius D. D. late Rector at Lubeck, Germany. Containing a concise and popular view of the doctrines of the Lutheran Church. Translated from the German by Paul Edward Gottheil. Daß die Uebersetzung mit gewissenhafter Genauigkeit gegeben ist, können wir versichern, ob hingegen die Ausstellungen, welche Herr Dr. Kurz in Betreff des Styls gemacht hat, gegründet sind, überlassen wir besseren Kennern der englischen Sprache, wiewohl wir die doppelte Bemerkung nicht unterdrücken können, 1. daß an der harten Kritik Herrn Dr. Kurz'ens in Betreff des Styls großen Antheil haben dürfte dessen Widerwille wider die reine Lehre, und 2. daß es ein trauriges Testimonium von dem Sinne der englischredenden Lutheraner wäre, wenn dieselben um einiger stylistischer Unebenheiten willen ein Werk von so werthvollem Gehalte, wie das Hunnius'sche ist, unbenutzt liegen lassen wollten. (Fortsetzung folgt.) Excerpte als Beiträge zur pastoralen Casuistik. Von den Hausbesuchen. So schreibt Veit Ludwig von Seckendorf: Es ist eine überaus betrübte Sache, daß kein Pfarrer leichtlich zu seinen Beichtkindern, oder diese zum Pfarrer kommen als im Beichtstuhl und Todesnöthen oder zu einem Gelag und Gastmahl. Warum sollte nicht zum wenigsten aller Orten möglich sein, was an etlichen geschiehet, daß der Pfarrer zu gewisser Zeit alle und jede Haushaltung besuchet und Hauswirthe, Kinder und Gesinde im Christenthum fraget und unterweiset? oder warum sollte sich ein Pfarrkind scheuen und widern, auf Begehren zu seinem Pfarrer zu kommen und sich von ihm erinnern zu lassen, so er etwas von ihm gehöret, das nicht christlich oder gut schiene, oder ihm zur Erbauung dienet? oder warum sollte er nicht unerfordert kommen und mit ihm von der Erbauung im Christenthum Sprache halten, ihm seine Gebrechen und böse Neigung entdecken, oder Rath holen, wie er sich und die Seinigen von vermerkter Unart abhalten und bessern könnte? oder warum sollte er sich seiner Unterweisung nicht bedienen, wie er sich in diesem und jenem Handel ohnverweislich und so verhalten möchte, daß Gott nicht erzürnet und der Nächste nicht beleidiget werde? Darzu gehören aber verständige, gelehrte, gottselige, gewissenhafte, bescheidene, holdselige, keusche, züchtige, verschwiegene Priester, denn wo diese Tugenden nicht sind, und man merket an dem Pfarrer, daß es ihm zu thun sei, der Leute Zustand