# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1855_S343 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. 343 nen, so dient hingegen die Technik unserer besten Theologen, z. B. eines Baier, nur dazu, keinen Zweifel über die wahre Meinung derselben aufkommen zu lassen, indem die von ihnen gewählten Termen entweder eine allgemein bekannte fest bestimmte Bedeutung haben oder von ihnen klar und bestimmt angegeben werden. Die erste Ausgabe unseres Compendiums übrigens trat im Jahre 1686 ans Licht. Erst die dritte Auflage vom Jahre 1693 gehört zu den vollständigsten, welche erschienen sind. Sollen wir nun hier noch ein dogmatisches Compendium nennen, welches in deutscher Sprache abgefaßt und in die erste Classe der Bücher unserer Bibliothek zu setzen ist, so nennen wir hier um so lieber das Werkchen von Nicolaus Hunnius, als dasselbe wieder neuerdings aufgelegt worden und daher am leichtesten zu haben ist. Der alte Titel ist: Dr. Nicolai Hunnii, Superintendent in Lübeck, Epitome credendorum oder Inhalt der ganzen christlichen Lehre, so viel einer davon in seinem Christenthum zu seiner Seelen Seligkeit zu wissen und zu glauben bedürftig. Frankfurt und Leipzig, 1625.“ Der neue Titel ist: „Gründliche Darlegung der Glaubenslehre der ev.-luth. Kirche. Herausgegeben von Heinrich Brandt, Dekan und erstem Pfarrer in Windsbach in Bayern. Gedruckt in der T. Hessel'schen Officin zu Altdorf. 1844.“ Es ist ein Buch von 500 Oktavseiten. Der Herausgeber sagt in der Vorrede, daß die neue Ausgabe nur „ganz geringe und unwesentliche, nur die Sprache betreffende, Abänderungen“ enthalte, was wir, da wir kein altes Exemplar haben, einem Mann, wie Brandt, gern aufs Wort glauben. Ohne einen garstigen Klecks ist freilich die neue Ausgabe nicht geblieben, denn zu den Worten des alten Hunnius §. 851: „Es soll demnach ein jeder Christ wissen, daß der römische Papst der große Widerchrist sei, von dem die Weissagungen lauten“ — setzt der Herausgeber unten die unlutherische Note: „Was nun folgt, ist die Ansicht aller älteren Dogmatiker der lutherischen Kirche vom Widerchrist. Indem dieser Abschnitt mitgetheilt wird, soll keinesweges der Ansicht und Ueberzeugung der Leser vorgegriffen werden.“ Diese Bemerkung war erstlich ungehörig, denn wer fragt in Hunnius nach Herrn Dekan Brandt's Ansichten? und sodann nicht ganz ehrlich, denn wie Hunnius lehren nicht nur alle älteren lutherischen Dogmatiker vom Widerchrist, sondern die ganze lutherische Kirche laut ihrer Symbole. — Im Jahre 1850 ist zu Nördlingen bei Beck dasselbe Werk noch einmal neu herausgekommen unter folgendem Titel: „Des alten Nikolaus Hunnius Glaubenslehre der ev.-luth. Kirche. Mundgerecht gemacht dem Volk unserer Zeit. Zweite verbesserte Auflage.“ Wir haben diese Ausgabe mit der vorhergehenden nur theilweise zu vergleichen Zeit gefunden. So weit wir damit gekommen sind, haben wir keine verdächtige Veränderung wahrgenommen, wir müssen vielmehr bekennen, wenn das Ganze so redigirt ist, wie die von uns verglichenen Theile, so ist diese Ausgabe aller Empfehlung würdig. Der Protest gegen die luth. Lehre vom Antichrist findet sich hier nicht. Druck und Papier ist hier ungleich schöner, als in der Altdorfschen Ausgabe. Es sollte uns freuen, wenn einer der