# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1855_S340 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 340 Die sog. amerik. Ueberarbeitung der Augsburg. Confession. an die Messe: und nun sollten die Schüler es wagen, in Bibel und Bekenntniß selbst zuzusehen und sich am Ende in die Gefahr begeben, ihren Päpsten, genannt Professoren, widersprechen zu müssen? Noch mehr, selbst die Gemeinden müssen dieser armen Prediger Päpste sein. Rühmte doch erst vor Kurzem einer ihrer Meister, daß allerdings manche jüngeren Prediger in der Generalsynode die Lehren des Lutherischen Bekenntnisses von Taufe und Abendmahl theilten, daß sie aber sich wohl hüteten, solches ihre Gemeinden merken zu lassen, weil sie damit bei denselben übel ankommen würden; und keiner der Prediger, die durch diese Rede als Menschenknechte an den Pranger gestellt wurden, hat seine Stimme dawider erhoben! Andererseits nahmen hier in Bellefontaine Prediger und ein Paar Gemeindedeputirte sichs heraus, das Bekenntniß ihrer Gemeinden zu bestimmen, also mit den Gewissen der Gemeindeglieder zu schalten nach Belieben: das, meine ich doch, ist des Papstes höchsteigne Handlungsweise. So mächtig ist diese römische Art, zu denken oder vielmehr gar nicht zu denken, unter den Gliedern der Wittenberg Synod, daß sie darnach auch die kirchlichen Verhältnisse Deutschlands betrachten. Weil die Mehrzahl der Prediger Deutschlands Rationalisten, also vom Bekenntniß der lutherischen Kirche abgefallen sind, deshalb soll die ganze lutherische Kirche Deutschlands die Symbolischen Bücher in ihrer Gesammtheit verworfen haben? Sind die Prediger die Kirche? Bei den Römischen geht es allerdings darauf hinaus, bei den Lutherischen ist die Kirche die Gemeinschaft aller Gläubigen, deren manche vielleicht unter dem Regimente falscher Prediger stehen, aber damit diese Prediger keineswegs zu Gliedern der Kirche machen. Es giebt auch in Deutschland trotz rationalistischer Prediger und Professoren noch 7000 und mehr, welche das gute Bekenntniß der Lutherischen Kirche, das ohnehin in vielen Ländern noch völlig zu Rechte besteht, bekennen und diese sind die Lutherische Kirche Deutschlands. Habt Mitleiden mit den armen unmündigen Gliedern der Wittenberg Synod: sie wissen wirklich nicht, was sie reden. Müssen sie sich da vom Teufel eingeben lassen, ihren Glauben an eine Schrift, wie die verstümmelte Augsburgsche Confession, zu erklären! — Mit allen Lutheranern, die wissen, was sie bekennen, glaube ich weder an die ungeänderte Augsburgsche Confession, noch an irgend ein Bekenntniß vom Apostolischen an bis zur Concordienformel — nein, nein, davor behüte mich Gott in Gnaden! An Gott und Sein heil. Wort glaube ich mit dem guten Bekenntniß der Lutherischen Kirche, und namentlich mit der ungeänderten Augsburgschen Confession, und dazu helfe mir Gott in Gnaden! Erkennet Gottes Finger in diesem übrigens so betrübten Ereignisse. Wohin die Feindschaft einiger Wortführer der Generalsynode wider Alles, was Bekenntniß der Kirche heißt, wohin die unbestimmte Bekenntnißformel der Generalsynode selbst führt, das ist einmal recht ans Licht getreten. Nicht sage ich, daß die vielen Mitglieder der Generalsynode, die mit inniger Sehnsucht nach Gottes Erleuchtung im Worte Gottes forschen, ob die Lutherischen