# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1855_S338 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 338 Die sog. amerik. Ueberarbeitung der Augsburg. Confession. der Reformation bewahren, zu halten, damit wir, wo möglich, alle Tage in Liebe und Frieden zu einander gezogen und auf die Weise tüchtiger werden, erfolgreicher zu arbeiten an all den hohen und heiligen Werken zur Erbauung der Kirche und Bekehrung der Welt, auf welche uns Gottes Vorsehung und die einfältigen Lehren des Evangeliums hinweisen.“ „Beschlossen, daß diese Beschlüsse im Lutheran Observer und Evangelical Lutheran veröffentlicht und ein Abdruck derselben den einzelnen Synoden in Verbindung mit der Generalsynode übersandt werde.“ So weit die beiden Synoden. Schreiber dieses würde fürchten, die Leser zu beleidigen, wollte er sie noch auf den Frevel aufmerksam machen, welchen die Verfasser der oft genannten Grundveste und die Wittenberg Synod mit dem Bekenntniß der Evangelisch-Lutherischen Kirche getrieben haben. Röhr, weiland Rationalisten-Häuptling zu Weimar, verstümmelte so einmal das Apostolische Bekenntniß. Doch sei es mir erlaubt, auf einige Gesichtspunkte hinzuweisen, welche Mancher im Eifer gerechter Entrüstung übersehen möchte. Habt Mitleiden mit den armen unwissenden Gliedern der Wittenberg Synod; sie wissen wirklich nicht, was sie thun. Zwar studirt haben sie, nur nicht die heil. Schrift, denn sie leugnen die Schriftlehre, daß Gott durch den Mund der Prediger Gesetz und Evangelium predigt und namentlich dem, welcher seine Sünden reumüthig bekennt, die Vergebung der Sünden zuspricht oder ihn absolvirt; sie leugnen die Schriftlehre, daß die Taufe das Bad der Wiedergeburt ist; sie leugnen das Wort des Herrn Marci 2, 27. und 28. und Col. 2, 16. und im Grunde das ganze Neue Testament, indem sie das Gebot der Sabbathfeier in der Zeit des Neuen Testamentes für mehr achten als ein nöthiges Gebot des Staates und eine feine Kirchenordnung; ja sie verleugnen selbst das Wort des Herrn, da Er, Brod und Wein reichend, spricht: das ist mein Leib, das ist mein Blut. Zwar studirt haben sie, nur nicht die Bekenntnisse ihrer eignen Kirche; denn sie plappern es den Verläumdern derselben nach, welche den Schluß der Augsburgschen Confession dahin auslegen, als geständen die Bekenner derselben, nur den größeren Theil der römischen Irrthümer widerlegt, andere dagegen, wie z. B. die Messe, beibehalten zu haben, während der Schluß der Confession bloß besagt, daß darin nur die vornehmsten Mißbräuche vermeldet, viel andere aber übergangen seien, damit jene vornehmsten desto besser vermerkt werden möchten, daß man indeß auf Grund der letzteren die anderen leicht beurtheilen könne; sie behaupten, die Augsburgsche Confession bekenne im dritten Artikel ihres zweiten Theils ihren Glauben an die Ceremonien der Messe, während in Wahrheit an jener Stelle nur erzählt wird, daß auch bei den Evangelischen das heil. Abendmahl ausgetheilt werde, was nach uraltem Sprachgebrauch Messe heißt, und daß man dabei fast alle früheren Ceremonien beibehalte, alle nämlich, die nicht wider Gottes Wort wären; was die Lutherischen Bekenntnisse von Ceremonien, Kirchenordnungen, Sonntagsfeier, Exorcismus u. s. f. hielten und hal-