# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1855_S314 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 314 Vermischte kirchliche Nachrichten. um dieses reinen Bekenntnisses willen die Eine heilige christliche Kirche zu dieser Zeit sei, welche die Symbole bekennen als die Säule der Wahrheit und den Leib Christi.. Gott der Herr segne dies theure und seltene Bekenntniß." — Mit Scham ob dieser papistischen Irrlehre, die innerhalb unserer reinen Kirche ausgesprochen wird, sagen wir uns von derselben hiermit aufs neue öffentlich und feierlich los, um nicht mit schuldig des Aergernisses zu werden, welches jene Behauptung stiften muß. Wir sehen uns zu dieser Erklärung um so mehr aufgefordert, da es nicht selten geschieht, daß uns hier, wo man im Urtheil über kirchliche Erscheinungen meist ziemlich summarisch verfährt, alles aufgebürdet wird, was von Leuten begangen wird, die man zu den sogenannten Altlutheranern zählt. Wir können nicht umhin, hierbei an einige Worte Luthers und Carpzov's zu erinnern. So schreibt erstlich Luther in seiner Auslegung des 19. Psalms: „Da hier der Text offenbar ist (Ps. 19, 5.), daß der Schall der Apostel in alle Lande ausgegangen sei, und an keinem Ort gelesen wird, daß er widerrufen worden, so haben wir uns zu besorgen, daß wir uns nicht etwan mit den gottlosen Donatisten, es sei mit diesen oder jenen, mit den alten oder neuen, allein für Gläubige rühmen, die wir vielleicht nichts weniger sind, als Gläubige, weil wir das Wort und den Schall der Apostel nirgends hören." (IV, 1488.) Ferner: „Derhalben so ist die Kirche allenthalben heilig, auch an den Oertern, da gleich die Schwärmer und Rottengeister regieren, soferne sie nur das Wort und Sacrament nicht allerdings verleugnen und verwerfen. Denn die diese Dinge ganz und gar verleugnen, sind keine Kirche mehr. Wo aber Wort und Sacrament wesentlich bleiben, da bleibt auch eine heilige Kirche, und liegt nichts daran, obgleich der Endechrist daselbst auch regieret, welcher nicht in einem Teufelsstalle, noch in einem Schweinskober, noch in einem ungläubigen Haufen, sondern an der alleredelsten und heiligsten Statt, als nehmlich im Tempel Gottes sitzt, 2 Thess. 2, 4. Daraus ja gewiß und offenbar ist, daß Gottes Tempel sein und bleiben muß auch unter den geistlichen Tyrannen, so darinnen walten und wüthen. Denn man findet ja überall, auch unter denselben Tyrannen, die recht glauben ꝛc. Darum ist eine kurze und leichte Antwort auf diese Frage zu geben: daß die Kirche ist allenthalben in der ganzen Welt, wo nur das Evangelium und die Sacramente sind. Aber Jüden, Türken, Schwärmer und Rottengeister oder Ketzer sind nicht die Kirche; denn dieselben verleugnen und vertilgen solche Dinge." Kurz zuvor hatte Luther geschrieben: „Es erregt St. Hieronymus allhier eine große Frage: Warum St. Paulus die Galater unter die christliche Gemeinde oder Kirche zähle, weil sie doch keine christliche Gemeinde oder Kirche nicht sein; denn St. Paulus (spricht er,) schreibt ja zu den Galatern, so von Christo und der Gnade abgefallen, und sich wiederum zu Mose und dem Gesetz gewandt hatten? Ich antworte also dazu: Daß St. Paulus allhier nach der Figur, so da Syneodoche heißt und in der Schrift fast gemein ist, redet. Wie er zu'n Corinthern auch schreibt, und freut sich mit ihnen über der