# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1855_S300 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 300 Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. kennen. Es hat derselbe großes Lob. Der Titel ist: Isagoge Locorum theol. Jenae 1658. — Von den Locis sind hauptsächlich vier vollständige Ausgaben hervorzuheben. Die erste kam in Jena in 9 Quartbänden zu verschiedenen Malen unter des Autors eigner Aufsicht heraus. Die andere ist durch Reformirte besorgt worden und in Genf das erste Mal 1637, das vierte Mal 1639 (die letztere in vorzüglicher Ausstattung) in Folio erschienen. Die dritte Ausgabe verdanken wir dem oben genannten Johann Ernst Gerhard; dieselbe erschien in Frankfurt und Hamburg im Jahre 1657 in drei Voluminibus in Folio und hat vor den früheren den Vorzug, daß in dieselben die Bemerkungen aufgenommen sind, welche Johann Gerhard mit eigner Hand an den Rand der ersten Ausgabe geschrieben hatte, da er beabsichtigte, das Ganze seiner Zeit in noch vollkommenerer Gestalt erscheinen zu lassen. Da diese Zusätze mit Asterisken ausgezeichnet sind, so ist die Klage über deren Einreihung in den Text von Seiten des gelehrten Copenhagenschen Predigers Johann Brunsmanns (gestorben 1707) gewiß grundlos und es scheint derselbe allein dadurch zu dieser Klage verführt worden zu sein, daß einige solche Randbemerkungen seiner nicht lutherischen Lehre vom Sabbath entgegen waren. (Vergl. Unschuld. Nachr. Jahrg. 1708. S. 304.) Mit mehrerem Rechte ist an dieser Ausgabe auszusetzen, daß sie durch eine bedeutende Menge sinnstörender Druckfehler verunstaltet ist, die, besonders was die biblischen Citate betrifft, mitunter in Verlegenheit setzen. Die vierte und letzte Ausgabe der Loci ist die Kirche dem Fleiße des Tübingischen Theologen Cotta schuldig. Sie kam 1762 in 21 Quartbänden heraus, wovon der 21. ein vortreffliches allgemeines alphabetisches Register enthält, wiewohl die den einzelnen Tomis in den anderen Ausgaben beigegebenen alphabetischen Spezialregister dem den einzelnen Theilen der Cotta'schen beigegebenen „Conspektus“ bei weitem vorzuziehen und ungleich brauchbarer sind. Die Vorzüge dieser prachtvollen Ausgabe kennen wir selbst nicht aus längerem Gebrauche, da wir es in unserer Studienzeit in unserer Armuth schon für ein besonderes Glück achten mußten, durch Aufnahme eines kleinen gelehnten Capitals von einem Freund, wenigstens in den Besitz der wohlfeileren ersten Ausgabe zu kommen, von der wir uns, wie von einem alten armen Freund, der uns in weniger lächelnden Tagen so treu gewesen war, auch später nicht haben trennen können. Ein Blick in die Cotta'sche Ausgabe zeigt, daß Cotta das Gerhardsche Werk mit einer sehr beträchtlichen Menge theils dogmatisch weiter entwickelnder, theils sprachlicher und besonders dogmenhistorischer Anmerkungen vermehrt hat, unter denen uns, so weit ein unvollständiger Gebrauch zu einem Urtheil berechtigt, namentlich die letzteren von nicht unbedeutendem Werthe zu sein scheinen. Jedenfalls übertrifft die Tübingische Ausgabe alle früheren in allen Beziehungen, wenn auch, wie es uns erscheinen will, hie und da mit Cotta in Betreff seiner Anmerkungen zu rechten sein möchte. Sollen wir endlich die Vorzüge der Loci Gerhards mit kurzen Worten angeben, so sind es nach unserem geringen Urtheil hauptsächlich folgende. Die Beweisführung