# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1855_S287 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Baiern. 287 samen Gebrauch derselben wohl für möglich, aber äußerst zweifelhaft ist uns ein solcher bei einer modernen Art von Erbauungsbüchern: den religiösen Romanen. Ihre Zahl und der Geschmack des Publikums für sie ist im Steigen; aber weit entfernt, daran Wohlgefallen zu finden, müssen wir vielmehr ein bedenkliches Zeichen der vorherrschenden Geistesrichtung der religiösen Welt darin erkennen. Solche Bücher, als Surrogat für die majestätisch ernste, gesunde und kraftvolle Wirksamkeit der Kirche, dienen zur Förderung eines Christenthums der erkünstelten Gefühle und der Phrasen ohne Kraft. Liebesgeschichten und Bekehrungsgeschichten gehören nicht zusammen. Ein solches Gemeng giebt keine Volksbücher, über die man sich freuen kann, sie werden ihren Lesern den Geschmack für den ernsten, trocknen Catechismus noch mehr austreiben. Sollen vollends Kinder die Religion spielend lernen, wo und wann werden sie den Ernst und die Spielerei unterscheiden lernen? Nur mit Schmerz und Unwillen kann man die Masse der Kinderbücher, Liedersammlungen, Kalender u. s. w. betrachten, in denen Posse und Andacht vermischt wird. Was kann aus solchen Bildungsmitteln entstehen, als ein Geschlecht, das seine ästhetische Spielerei für Religion und am Ende den furchtbaren Ernst der Religion selbst für eine Spielerei hält. Salon und Kirche oder Kneipe und Kirche gehören nicht unter ein Dach. Soll etwa der Salon und die Kneipe als Vorhalle zur Kirche dienen, so sehe man zu, in was für eine Kirche das führen wird. Es soll für diese ganze Mischlingsliteratur zur Rechtfertigung oder doch zur Entschuldigung dienen, daß durch sie christliche Wahrheiten wieder in Kreise kommen, die ihnen sonst verschlossen sind. Es ist dieselbe schlaffe Moral, welche es schön und gut fand, in China die Bibeln mit den Opiumkisten zugleich einzuschwärzen. Die göttliche Wahrheit bedarf solche Missionen nicht. Auf dem rechtmäßigen Wege allein und gekleidet in den zugleich schlichten und erschütternden Ernst, der ihr eigen ist, will und wird sie Eingang finden.“ (Sächs. Kirchen- und Schulblatt.) Baiern. Das Oberconsistorium in München hat eine sehr beachtenswerthe Einrichtung getroffen. „Schon seit längerer Zeit, sagt es in einer Entschließung vom 2. Mai d. J., und insbesondere jetzt, wo alle das kirchliche Leben berührende Fragen eine erhöhte Bedeutung gewinnen, hat das königl. Oberconsistorium das Bedürfniß gefühlt, mit den seiner Aufsicht untergebenen Geistlichen in unmittelbaren persönlichen Verkehr zu treten, um damit seiner kirchenregimentlichen Thätigkeit einen noch wirksamern und einflußreichern Erfolg zu sichern. Der mündliche Austausch der Gedanken und Ansichten über das, was dem äußern und innern Kirchen-