# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1855_S273 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zur Geschichte der römisch⸗katholischen Vereine ꝛc. 273 preußischen Ministeriums für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten d. d. 26. März 1852 die Portofreiheit unter dem Rubrum: „Angelegenheit vom heiligen Karl Borromäus.“ Jedes Vereinsmitglied hat die Verpflichtung, einen Jahresbeitrag von mindestens zwei Thalern für Beschaffung und Verbreitung guter katholischer Bücher beizusteuern. Ein in neuerer Zeit niedergelegter Bericht über die Wirksamkeit des Vereins gibt an, daß letzterer über mehr als vierzehn Diöcesen verbreitet sei, über 380 Hülfsvereine und mehr als 5000 zahlende ordentliche Mitglieder nebst über 12,500 mit geringeren und unregelmäßigeren Beiträgen betheiligte, sogenannte „Theilnehmer“ sich zuzuzählen habe. Eine einzige Jahreseinnahme betrug über 28,000 Thaler. Für 31,500 Thaler sind schon vom Vereine specifisch katholische „gute“ Bücher als Geschenke an Filialverbindungen abgegeben worden. Um auch schon die zartere Jugend an die Interessen Roms zu fesseln, zur Opferwilligkeit in späteren Jahren vorzubereiten, und ihnen Gelegenheit zu geben, ihr Scherflein für Kirchenzwecke verwenden zu können, sind die Vereine der heiligen Kindheit Jesu gestiftet worden, in welchen monatliche Kreuzerspenden von Schulkindern entgegengenommen werden. Der Ertrag ist für Missionsangelegenheiten bestimmt, namentlich um die Zahl der Bekenner des römischen Glaubens zu vermehren und durch Spendung des heiligen Taufsacraments armen Heidenkindern, vorzugsweise in China, „das Erbe der ewigen Seligkeit zuzuwenden.“ Klerikalische Berichte geben an, daß in einer einzigen Stadt allein, dem sogenannten schlesischen Rom (Reisse), bereits 650 Schulkinder bei diesem Werke betheiligt sind. Außer diesen der allgemeinen römischen Volksmission dienenden Vereinen sind hier endlich noch einige ausschließlich der inneren Mission zugewandte Verbindungen zu erwähnen, — welche theils auf die verschiedenen Zünfte, theils auf allgemeinere nothleidende Menschenclassen ihr helfendes Auge richten. Die katholischen Gesellenvereine. Die Begründung solcher sektirerischen Gesellenverbindungen hat sich vorzugsweise Ad. Kolping, Domvicar und Präses des katholischen Gesellenvereins in Köln, Herausgeber eines katholischen Volkskalenders, angelegen sein lassen. Ihm und seinen priesterlichen Anhängern kam es darauf an, eine sittliche Hebung des Gesellenstandes im Sinne der römischen Kirche herbeizuführen, die Gesellen unter dem Einflusse des Klerus zu erhalten und verderblichen Einwirkungen, denen sie in mannigfachster Weise ausgesetzt und zugänglich seien, unter Leitung der Geistlichkeit entgegenzusteuern. Man hatte dabei die Heranbildung eines streng katholischen Meisterstandes im Auge, der bereit sei, auch im Handwerkerstande die Interessen der heiligen „Mutterkirche“ und die Festigung im „wahren“ Glauben nach allen Kräften zu fördern. Jeder Geselle, der das achtzehnte Jahr erreicht hat und einen unbescholtenen Lebenswandel führt, kann Vereinsmitglied werden. Die Vereinsmitglieder sind verpflichtet, einander in Nöthen beizustehen, eines sittlichen und „katholisch“ frommen Lebens 18