# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1855_S269 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zur Geschichte der römisch⸗katholischen Vereine ꝛc. 269 der Betstunde wird ein „Vater⸗unser“ und „Gegrüßt seist du, Maria!“ für die lebenden und ebenso für die verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft gebetet. Wenigstens alle Vierteljahre muß das heilige Sacrament von den Vereinsmitgliedern empfangen werden. Diese Bruderschaft ist eine Verbindung katholischer Universitätsbesucher. Für die Universität Breslau bilden den Vereinsvorstand die Herren Kanonikus Dr. Sauer, Professor Lic. Stern, Repetent Stoffner, Paul, Kinur und Machni. An der Spitze des Breslauer Vereins soll der Regel nach der Rector des dortigen fürstbischöflichen Klerikalseminars stehen. — Für die Vorbereitung zu dieser Bruderschaft während der Universitätszeit ist auch bei Gymnasien Sorge getragen. Das „Aloysianische Bündniß“ oder die „Aloysius Sodalität,“ wie in Oppeln eine dergleichen besteht, vereinigt Gymnasiasten unter der Leitung eines Religionslehrers in der Verehrung des heiligen Aloysius Gonzaga, des Vorbildes in der Keuschheit, Demuth, in treuer Pflichterfüllung und besonders im Gebetseifer. Statutenmäßig sind bei solcher Gymnasiastenverbindung die Abhaltung einer sechswöchentlichen Andacht im Jahre zu Ehren des genannten Heiligen, dieses Schutzpatrons der Jugend, und außerdem jährlich vier Generalversammlungen; das Lesen „gefährlicher“ Bücher ist den jugendlichen Vereinsmitgliedern verboten. Demselben abgöttischen Geist, welchem die Bruderschaft der Abendmahlsanbetung gewidmet ist, dient auch der Düsseldorfer Bilderverein, der bereits elf Jahrgänge mit Heiligenbildern geliefert hat, natürlich zu keinem andern Zwecke, als zur religiösen Verehrung, oder vielmehr Anbetung der Heiligen. Die römische Geistlichkeit empfiehlt daher die künstlerischen Producte des Bildervereins besonders für den Verkauf an Wallfahrtsorten, wo ja die armen Wallfahrer für ihre Büßungen allerdings nur eine gemalte Gerechtigkeit und Heiligkeit erlangen, wie ihre Heiligenbilder auch nur gemalt sind. Nichtsdestoweniger hat, laut der deutschen Volkshalle, die Frau Prinzessin von Preußen in Düsseldorf sich geäußert, daß vielleicht kein Verein so wirksam seine Thätigkeit entfalte und „zum Segen“ werde, wie gerade dieser Verein, der in alle Schichten des Volks, in das religiöse Element, wie in den Kunstgeschmack eingreife. Wahrlich, ein Zugeständniß, das von großer Glaubensohnmacht zeugt! Daher denn der römische Klerus nicht verfehlte, diese Andeutungen möglichst zu verbreiten, wenngleich die Prinzessin der Mutterkirche nicht angehört. Solche specifisch päpstliche Tendenzen, wie sie in den zwei eben erwähnten Vereinen ausgesprochen sind, könnten aber nicht die beabsichtigte Wirksamkeit erreichen, wenn nicht auch die Priester- und Lehrerschaft eine entsprechende Anspornung erhielt. Es wurden daher in größerer Ausdehnung, als bisher, sogenannte „geistliche Exercitien“ für Priester und Lehrer verordnet. Unter Leitung eines besonders zu diesem Zwecke auserlesenen, durch „Frömmigkeit“ und Talente hervorragenden Geistlichen — vorzugsweise verwendete man Jesuiten und Redemptoristen gern zu diesem Geschäfte — versammelt