# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1855_S268 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 268 Zur Geschichte der römisch⸗katholischen Vereine ꝛc. Macht sein sollen, gegenüber den zu bekämpfenden Mächten der Auflösung; „sie können eine solche Macht werden, wenn jede Stadt, jedes Dorf einen dergleichen Verein haben wird und wenn in diesen die Völker Geist und Hände sich reichen um die Kirche, die wie ein lebendig Herz schlägt in allen.“ Die Sprecher in den katholischen Vereinen redeten der Herbeiziehung der Jesuiten, der Einführung von römischen Ordenspriestern, dem Missionswesen, der Etablirung und Restituirung der Klöster das Wort und suchten nach allen Kräften die Machterweiterung der römischen Kirche, deren Fortbestand durch den Humanismus der neuesten Zeit bedroht erscheine, vorzubereiten. Nebenher wurden für die verschiedenartigsten kirchlichen Zwecke Sammlungen veranstaltet, die vermeintlichen Irrlehren bekämpft und für specifisch katholische Petitionen bei den politischen Repräsentantenhäusern und Regierungen Zustimmung erworben. In den großen Generalversammlungen von Vertretern katholischer Vereine faßte man, wie in Mainz, Münster und Wien, definitive Beschlüsse, die für geeignet gehalten wurden, der römischen Kirche mehr Terrain zu gewinnen und den als Irrlehre bezeichneten Protestantismus nach Möglichkeit zu paralysiren. Die Begründung katholischer Universitäten in Deutschland, so wie neuer literarischer Unternehmungen zur Machterweiterung der römischen „Mutterkirche“ wurde unter Anderm als besonders wichtig betrieben. Für diese „katholischen“ Vereine wirkten mit speciellen Tendenzen: Die Bonifaciusvereine, die Borromäusvereine, die katholischen Gesellenvereine, die Vereine zur heiligen Kindheit Jesu, die Vereine des heiligen Vincenz von Paul, der Hedwigsverein, der Verein der ewigen Anbetung des Altarsacraments, der Verein des heiligen Aloysius, der Düsseldorfer Bilderverein, der zur Besserung entlassener Strafgefangenen, der akademische Dombauverein, der Jungfrauenbund, der Adalbertsverein, die Mäßigkeitsvereine, die Preßvereine und viele andere. Diese hier aufgeführten confessionellen Verbindungen hatten zum größten Theil Verzweigungen in ganz Deutschland. Der scheinbar ächt christliche und kirchliche Zweck, der nach einigen dieser Vereins⸗Benennungen zu vermuthen wäre, tritt freilich sehr in den Hintergrund bei näherer Untersuchung. Vielmehr muß ein jedes Christenherz, das in der Gerechtigkeit des einmal geopferten Gotteslammes allein Leben sucht und gefunden hat, erstarren bei dem Gedanken an die antichristische und heidnische Abgötterei, die es möglich gemacht hat, einen Verein in der römischen Kirche ins Leben zu rufen, wie die „Bruderschaft der ewigen Anbetung des heiligen Altarsacraments“ ist. Diese Bruderschaft spricht den Zweck aus: „Genugthuung zu leisten für die Nachlässigkeit und Versündigung, durch welche der Sohn Gottes in diesem Sacramente vom Leichtsinn, vom Unglauben und von der Bosheit entehrt wird.“ Jedes Mitglied ist verpflichtet, an einem bestimmten Tage alle Monate eine halbe Stunde vor dem Allerheiligsten zu beten und außerdem noch einige Male des Tages ein kurzes Gebet im Sinne der Bruderschaft zu verrichten. Am Schlusse