# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1846 07 25_S94 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) g) die auserwählten Kinder schon vor ihrer Taufe einverleibt sind, „Gemeinschaft der Heiligen,“ welche darin besteht, h) daß sie unter dem Alten und Neuen Testament dem Wesen nach einerlei Testamente hatten. „Auferstehung des Fleisches,“ dessen Eigenschaften i) nicht nach Art der Engel sein werden. a) Syn. Dord. c. 5 art. 6. 7. 8. p. 773 884. b) Calv. lib. 3. instit. c. 24. c) Trigl. de Trina gr. p. 355 & 504. d) Calvin l. 4. instit. c. 14. e) Chamier tom. 9. l. 9. c. 5. §. 2. p. 123. f) Pareus in Syn. Dordr. p. 314 seqq. g) Calvin l. 4. instit. c. 15 & 16. h) Masson. part. 4. anat. c. p. 42. i) Idem part. 3. p. 315. 325 & 327. (Eingesandt von Pastor Keyl.) Beschreibung des Begräbnisses Dr. Martin Luthers. Als Luther im HErrn verschieden war, eilte auch der Graf v. Schwarzenburg mit seiner Gemahlin herbei und die Umstehenden riefen erschrocken einander zu, Alles zu versuchen, um wo möglich den immer mehr erkaltenden Leib wieder zu erwärmen, und nachdem dies ¾ Stunden lang, aber ohne Erfolg gethan war, hob man ihn auf ein daneben bereitetes Lager von vielen Betten, in der Hoffnung, wie alle wünschten und beteten, ob Gott noch wollte Gnade geben, das entschwundene Leben wieder zurückzubringen. Unterdessen ging Dr. Jonas in eine Nebenstube und dictirte dem Sekretair des Grafen Albrecht von Mansfeld das bereits erwähnte Schreiben an den Churfürsten von Sachsen, Johann Friedrich, worin er demselben von der letzten Krankheit und dem seligen Ende Luthers vorläufig Nachricht ertheilte, mit dem Versprechen, bald einen weitläufigeren Bericht nachfolgen zu lassen, welches eben der auch bereits erwähnte ist, welchen Jonas in Gemeinschaft mit Cölius und Aurifaber abgefaßt hat, und wovon die Originale im Archiv zu Weimar liegen. Er bat zugleich um Verhaltungs⸗Befehle wegen des Begräbnisses und entschuldigt sich am Schlusse, daß er vor großer Betrübniß selber nicht alles habe schreiben können. Auch sendete der Fürst von Anhalt und Graf Albrecht von Mansfeld ähnliche, eigenhändig geschriebene Briefe an den Churfürsten und zwar schloß der Erstere, der einst die Augsburger Confession mit übergeben hatte, sein Schreiben mit den Worten: „Er ist ganz sanft mit guten Sprüchen entschlafen. Gott der HErr helf uns aus Gnaden hernach, Amen.“ Alle diese drei Schreiben gingen am Morgen des 18. Febr. von Eisleben ab und kamen noch an demselben Tage Abends in Torgau an, wo sich damals das churfürstliche Hoflager befand. Während nun der Leichnam Luthers noch auf dem Bette lag und zwar von früh 4 bis 9 Uhr, kamen, ehe es Tag wurde, der Fürst von Anhalt, die fünf Grafen von Mansfeld und viele andere angesehene Personen, so wie später immer mehr Bewohner Eislebens herbei und betrachteten den todten Leib des theuren Mannes Gottes mit heißen Thränen und Weinen fünf ganze Stunden lang. Hierauf zog man ihm ein weißes Sterbekleid von der feinsten schwäbischen Leinwand an und legte ihn so auf sein Bette in seiner Schlafkammer und bald darauf in einen zinnernen Sarg, worin ihn abermals viele Hunderte, die ihn größtentheils im Leben gekannt hatten, mit tiefer Wehmuth betrachteten. Um aber auch von Luthers erbleichtem Angesicht noch ein treues Bild zum immerwährenden Andenken zu behalten, so waren zwei Maler beschäftigt, diesen Wunsch zu erfüllen, und zwar that dies der eine noch an demselben Tage, der andere, Luc. Forttennagel von Halle, nachdem der Leichnam bereits eine Nacht im Sarge gelegen hatte. Von dem letzteren Bilde befindet sich das Original auf der Universitätsbibliothek zu Leipzig und eine treue Nachbildung von dem berühmten Kupferstecher Bernigeroth in der Säcularschrift des Dr. Hoffmann vom Jahr 1746.*) Am Morgen des 19. Februars kamen die Briefe des Dr. Jonas in Wittenberg an und die Professoren trugen Phil. Melanchthon auf, die Studirenden von der eingegangenen Trauerbotschaft in Kenntniß zu setzen. Als sich nun dieselben früh um 9 Uhr zu seinen theologischen Vorlesungen über die Epistel Pauli an die Römer zahlreich, wie immer, versammelt hatten, so hielt er an sie eine kurze lateinische Rede, worin er ihnen anzeigte, daß er für diesmal seine Vorlesung nicht werde fortsetzen können, indem so eben die unerwartete Nachricht von dem Tode Dr. Luthers eingetroffen sei; er erzählte hierauf kurz dasjenige, was die Leser von den letzten Stunden Luthers vernommen haben, besonders auch, um dadurch allen lügenhaften Entstellungen in Zeiten vorzubeugen. Er nannte Luther seinen ehrwürdigen Vater, ja, seinen vielgeliebten Lehrer und rief aus: „Ach es ist dahin der Leiter und Wagen Israel, der die Kirche in diesem letzten Alter der Welt regiert hat.“ Endlich ermahnte er, sein Andenken so wie seine Lehre lieb zu behalten und auf die großen Unglücksfälle und Veränderungen zu achten, welche auf diesen Todesfall folgen würden. Bei dieser Rede wurden, wie Selneccer erzählt, alle Zuhörer von einer solchen Bestürzung und Schrecken ergriffen, daß es geschienen, als ob auch die Wände weinten, und keiner den anderen ohne Schmerz und Trauer mehr ansehen konnte. An demselben Tag (den 19. Febr.) schickte Melanchthon im Namen der Universität ein Antwortschreiben an Dr. Jonas in Eisleben. *) Ein drittes Bildniß Luthers befindet sich in dem in Philadelphia erschienenen luth. Gesangbuch und Katechismus mit der Bemerkung, daß dasselbe nach einem Abdruck gezeichnet sei, der, während die Leiche Luthers in Halle war, in Wachs genommen worden wäre und der sich bei der Bibliothek der dasigen Marienkirche befände. Allein, abgesehen davon, daß dieses Bildniß in der Geschichte nicht erwähnt wird und die Nachbildung in Holzschnitt nicht gut gerathen ist, so hat es auch etwas sehr Unnatürliches und Widriges, daß Luther darin mit offenen Augen und in seinem Priesterrock am Schreibtische sitzend, abgebildet ist. Auch ist es auffallend, daß gerade jenen beiden Büchern das Bild des todten und nicht lieber des lebendigen Luthers vorgesetzt und dasselbe doch wieder so dargestellt ist, daß man glauben solle, nicht das Bild des todten, sondern des lebendigen Luthers zu erblicken. Daselbst wurde die Leiche Nachmittags um 2 Uhr nach christlichem Gebrauch, und mit tiefer Ehrerbietung und unter christlichen Gesängen in die Hauptkirche zu St. Andreas getragen und von Fürsten, Grafen und Herren, so wie von einer großen Volksmenge begleitet, wobei der päbstliche Geschichtschreiber Thuanus sehr treffend bemerkt, daß selbst der Tod nicht vermocht hätte, diejenigen von der Liebe zu ihm zu trennen, die ihn wetteifernd im Leben umgeben hätten. Nachdem die Leiche vor den Altar gestellt worden war, bestieg Dr. Jonas die Kanzel und hielt Luthern eine Gedächtnißpredigt. Er war einer der ältesten Freunde Luthers, indem er ihn schon im Jahr 1521 nach Worms und wieder zurückbegleitet hatte. Er war früher Professor der Theologie in Wittenberg, dann Superintendent in Halle, wo er bald nach Luthers Tode um der reinen Lehre willen abgesetzt wurde und endlich zu Eisfeld als Superintendent der Coburgischen Kirchen im Jahr 1555 starb. Er war einer der wenigen, welche bis zu ihrem Tode in allen Stücken der Lehre treu geblieben sind. Luther gab ihm das rühmliche Zeugniß, es würden wenige so fromme und lautere Prediger angetroffen, als er wäre, und Melanchthon bekennt, daß er vor allen anderen ausgezeichnete Prediger⸗Gaben besessen und dieselben durch große Gelehrsamkeit ausgebildet habe, so daß sich seine Reden durch Fülle und Klarheit ausgezeichnet hätten. Leider hat man von ihm nur diese eine Leichenpredigt, die er 7 Wochen später nochmals in Halle gehalten hat und die sich in Luthers Werken XXI., 362*), in der Leipz. Ausg. XXI., 707 befindet. Hier soll nur ein kurzer Auszug daraus mitgetheilt werden. Er legt darin den Text 1 Thess. 4, 13 — 18. zum Grunde und handelt zuerst von der Person und den Gaben Luthers. Was er für einen reichen Geist gehabt, bewiesen seine Schriften, insonderheit seine Erklärung des 1. Buchs Mosis, der 4 Capitel St. Johannis von 14 — 17, so wie der Epistel St. Pauli an die Galater; dabei beruft er sich auf die eigene Erfahrung seiner Zuhörer, von denen Viele diese Schriften gelesen haben würden (jetzt müßte man sagen keine oder doch nur sehr wenige!) Schon in seiner Jugend hätten gelehrte Leute vorausgesagt, daß Luther wegen seiner großen Gaben einst gewiß ein vortrefflicher Mann werden würde. Er zeigt ferner, daß Luther nicht nur viele und herrliche natürliche Gaben gehabt, wodurch er ein so gewaltiger Redner, Schreiber und Uebersetzer der ganzen heil. Schrift geworden sei, wie denn viele von ihm die deutsche Sprache erst recht gelernt hätten, sondern er hat auch ein besonderes großes Licht des heil. Geistes in dem rechten Verständniß der heil. Schrift gehabt, die er ganzer 40 Jahre unablässig durchforscht habe; dann erwähnt er noch weitläufig die merkwürdigen Trostsprüche, mit denen sich Luther in seiner letzten Stunde hat trösten wollen und von denen bereits die Rede gewesen ist. Im zweiten Theile seiner Predigt handelt Jonas von der Anferstehung von den Todten; denn wir würden diesen unsern lieben Vater