# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1855_S255 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das neueste Römische Dogma. 255 vollzogen worden sind, nicht gültig sein, mögen sie immerhin eidlich bekräftigt worden sein. 4. Aus der Beschaffenheit der versprochenen Sache. Ein Eheversprechen geben, steht nicht in der Macht des Sohnes oder der Tochter, wenn sie der elterlichen Gewalt noch unterworfen sind. Wenn sie daher in jugendlicher Hitze und rasender Leidenschaft unter Verknüpfung mit Eidesband etwas versprechen, so sind sie freigebig mit fremdem Gute, und es ist das so anzusehen, als ob sie eidlich versprächen, fremdes Eigenthum entwenden und dasselbe einem andern geben zu wollen, in welchem Fall niemand sagen wird, daß sie zur Haltung des Schwures verbunden seien. Auch kann durch einen solchen von den Kindern geleisteten Eid den Eltern selbst, als einer dritten Parthei das, was ihnen nach göttlichem und menschlichem Recht zukommt, wider ihren Willen und ohne ihre Schuld nicht benommen werden. 5. Aus der Folge einer Ungereimtheit. Wenn ein solcher Eid gültig wäre, so könnten sich die Kinder auf diese Weise der elterlichen Gewalt entziehen und die Gesetze von dem Consens der Eltern gänzlich verhöhnen. Und diese Meinung, welche dafürhält, daß beschworene Verlöbnisse, welche ohne elterlichen Consens eingegangen worden sind, aufgelöst werden können, nimmt auch Luther an und andere der Augsburgischen Confession zugethane Theologen und Rechtsgelehrte.“ (Loc. theologic. de conjugio. §. 143. 144. 146. 149.) Das neueste Römische Dogma. Gehört das, was unsre Kirche vom Papstthum lehrt, zu ihrem Bekenntniß? Diese Frage wünschen Manche mit Nein zu beantworten. Sie können sich nicht entschließen, im Papst den Antichrist, im Papstthum ein Stück vom Reich des Antichrists zu sehen. Und in der That, prüft man die Geister, welche seit lange am lautesten gegen das „päpstliche Antichristenthum“ protestiren, so wandelt einen Scheu und Ekel an vor der Genossenschaft mit solchen Protestanten. Aber auch an Luther drängten sich die Flattergeister heran, welche des Papstes Joch zu verabscheuen behaupteten, und liebten doch das Joch Christi nicht, welche die Magd Hagar ausstoßen wollten, und waren doch nicht der freien Sarah Kinder. Luther hat diese Afterprotestanten mächtig von sich gewiesen, und hat doch durch den Schein einer Geistesverwandtschaft mit all dem luftigen Gesindel, das die Reformation umschwärmte, sich nicht irre noch lahm machen lassen in seinem Zeugenstreite wider den Papst und sein Reich. Es ist Zeit, daß die Lutheraner sich ernstlich darauf besinnen, daß die Schmalkaldischen Artikel mehr sind als „ein ehrwürdiges Zeugniß vom Glauben der Väter;“ so gewiß der Feind noch vorhanden ist, wider den unsre