# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1855_S248 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 248 Neue Litteratur. Von hoher Wichtigkeit ist dies insonderheit bei der Darstellung der philosophischen Systeme eines Cartesius, Spinoza, Leibnitz, Wolff, Kant und der neueren Pantheisten. Allen Anforderungen an ein Werk dieser Gattung, die wir von dem Standpunkte des alten lutherischen Glaubens aus stellen, ist in dem vorliegenden Werke freilich nicht genügt, und konnte freilich von einem Kahnis nicht genügt werden. Denn wenn derselbe auch seine Schrift mit den schönen wahren Worten schließt: „Die Losung unserer Kirche in diesem Kampfe kann nur sein: Halte was du hast, auf daß dir Niemand deine Krone raube. Unsere Krone ist unser Bekenntniß“ — so hatte er doch nur zehen Seiten vorher geschrieben: „Der Protestantismus steht und fällt mit dem Grundsatze von der alleinigen Auktorität der Schrift. Unabhängig aber ist dieser Grundsatz von der Inspirationslehre der alten Dogmatik. Sie wieder aufzunehmen wie sie war, kann nur mit Verhärtung gegen die Wahrheit geschehen!“ Wir müssen gestehen, als wir diese Worte lasen, sind wir darüber recht von Herzen erschrocken. Wer mag mit einer neuen Theologie gehen, die sich als die Fortentwickelung der alten lutherischen einführt und gerade in der Lehre von dem Princip der Theologie, von der heil. Schrift, nehmlich von der ratio formalis scripturae, von dem was die Schrift zur heil. Schrift macht, von dem Lehrtypus unserer alten Kirche abweicht? Außerdem leidet die Kahnis'sche Schrift auch an dem fast allgemeinen Gebrechen aller neueren geschichtlichen und polemischen Schriften, auch sie nehmlich geht in ihrer Objectivität so weit, daß selbst der pantheistische und materialistische Gott leugnende Philosoph mit seiner Philosophie nicht als ein schauerlicher Sünder dasteht, der in satanischem Hochmuth sich selbst zu Gott gemacht und die arme Menschheit mit dem Gifte seiner blasphemen Weisheit oder vielmehr Narrheit in fluchwürdigem Trotz wider den Allmächtigen vergiftet hat, sondern nur als der Schöpfer des Höchsten, was der menschliche Geist produciren kann. Gott, wie wollen doch die gelehrten Theologen es vor Gott verantworten, wenn sie nicht den Weisen dieser Welt das Wort des Gerichts zur Buße verkünden wollen, die das verachtete Pfärrlein mit seiner schwachen Stimme in seinem Kirchlein nicht erreichen kann? Meinen denn diese Herren, daß Paulus kein Theolog war, den sie sich zum Muster zu nehmen haben? Vergl. 1 Cor. 1, 18—31. 2, 1—16. Wir übersehen übrigens hierbei keineswegs die herrlichen Bekenntnisse zu Gottes Wort und Luthers Lehr, welche demohnerachtet hie und da in den Schriften nicht weniger neuerer Theologen, auch in der vorliegenden Schrift, sich finden, und gratuliren nichts desto weniger diesen theuren Männern zu der nicht geringen Schmach, die sie um dieses ihres Bekenntnisses willen tragen müssen. Möge doch Gott, der in diesen Tagen schon so große nie gehoffte Wunder unter den Theologen gethan hat, weiter helfen, sie noch zur vollen Wahrheit führen und wieder apostolischen Ernst und Freimuth in Kraft des Glaubens schenken. Damit der Leser in den Stand gesetzt werde, im Voraus zu überschauen, was er in dem angezeigten Buche zu erwarten hat, so geben wir nun noch eine