# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1846 07 25_S93 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Lutheraner. „Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“ Herausgegeben von C. F. W. Walther. Jahrgang 2. St. Louis, Mo., den 25. Juli 1846. No. 24. Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle zwei Wochen einmal für den Subscriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche davon die Hälfte vorauszubezahlen und das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft. (Eingesandt von Pastor Schieferdecker.) Das Apostolische Glaubensbekenntniß und seine verschiedene Auslegung. III. Das apostolische Glaubensbekenntniß im Sinne der Reformirten. Ich glaube — aus Ueberzeugung des göttlichen Wortes, welches allein die Auserwählten erleuchtet und a) für sich selbst unkräftig und unwirksam ist; welches b) äußerlich anders lautet, als die wahre Meinung Gottes ist, und demnach mit dem verborgenen Willen Gottes in geradem Widerspruch steht; welches c) endlich dem Richterstuhl der Vernunft unterworfen ist — ich glaube, so fern ich erwählt bin, weil d) der Glaube nur bei den Erwählten sein kann, an Gott e) den Urheber der Sünde, den Vater — f) nur der Auserwählten, denn den andern ist er nicht mehr als ein Schöpfer: g) weil er nach einem unbedingten Rathschluß Etliche zum Leben erwählet, Etliche zum Tode verdammt hat, bei welchem Rathschluß h) das Verhalten des Menschen durchaus in keine Rücksicht gekommen ist, i) auch nicht der Glaube; denn nicht k) die Sünde und der Unglaube sind die wahren Ursachen der Verwerfung, soll anders die Wahrheit der h. Schrift unverletzt bleiben, sondern das Wohlgefallen Gottes und sein allerfreiester Wille; Allmächtigen — l) doch so, daß die Allmacht Gottes nicht thun kann, was nach dem Urtheil der Vernunft etwas Widersprechendes in sich schließt — Schöpfer Himmels und der Erde, m) d. i. der himmlischen Geschöpfe, der Engel, die er in die Gefahr zu sündigen gesetzt hat, und des Menschen auf Erden, n) den er mit der Fähigkeit zu sündigen geschaffen hat. a) Helvet. Synodale ad artic. 3. 4. th. 2. p. 148. Gryneus praefat. in Joh. b) Piscator in Apol. ad con. Vorstii parsc. p. 58. c) Ursin. explic. catech. de Coen. D. b. m. 166 d) Daß Gott Etlichen den Glauben nicht schenkt, dies kommt von seinem ewigen Rathschluß her, lehrt die Dortr. Syn. cap. 1. art. 6. e) Masson. part. 3. anat. p. 362., der den Fall Adams aus Gottes unwandelbarem Verhängniß herleitet; f) Synod. Dodr. sess. 136 p. 341. Pareus Iren. p. 262. g) Trigland Medit. de Vol. Dei p. 166. h) Pareus ad c. 9. Rom. arg. dub. 5. 16. i) Chamier. tom. 3. l. 8. c. 8. §. XI. p. 117. k) Synod. Dordr. p. 514. 561. 571. 572. l) Calvin l. 4. instit. c. 17. n. 16. Orthod. Consens. p. 6. p. 115. m) Bucanus l. 6. de Angelis q. 30. n) Mares. l. 2. Antichr. Revel. c. 1. p. 15. Und an JEsum Christum, den Heiland, dessen Verdienst a) ohne Einfluß auf die Gnadenwahl, und b) an sich selbst zwar hinreichend, aber kräftig nur an denen ist, die erwählt sind; an einen JEsum, dem c) persönliche Einheit fehlt, weil in ihm eine solche Vereinigung der Naturen, daß das Wort über und außer dem Fleische ist, indem die menschliche Natur Christi d) immer nur an Einem Orte, nicht überall zugleich sein kann; eine solche Vereinigung, e) die nur in Worten, Redensarten, Tropen und Figuren besteht, und f) keine wirkliche Gemeinschaft der Eigenschaften beider Naturen mit sich bringt, indem g) die göttliche Majestät und Allmacht, h) die Allwissenheit, i) die lebendig machende Kraft, k) die Ehre der Anbetung, der menschlichen Natur Christi nicht mitgetheilt worden ist. Unsern HErrn, der l) sich nur zu den Auserwählten mit Huld und Liebe neigt, „der empfangen ist vom heiligen Geist“ — m) als seinem Vater — „geboren ꝛc., „gelitten unter Pontio Pilato“ — n) nach der Menschheit allein. — gekreuziget, auf daß er o) durch sein Blut, wodurch er den neuen Bund aufgerichtet hat, aus jeglichem Volk, Geschlecht und Sprache alle diejenigen wirklich und wahrhaftig erlös'te, welche von Ewigkeit zur Seligkeit erwählet und ihm vom Vater gegeben waren. Gestorben — p) sein Tod wiederum nur ein theilweises Versöhnungsopfer, wodurch nur den nach dem ewigen Vorsatz Erwählten das Heil wirklich erworben ist. „Begraben, niedergefahren zu der Hölle“ — weder q) eine eigentliche und wirkliche, noch r) örtliche Höllenfahrt, nicht s) in der Absicht, um als Sieger zu triumphiren, sondern um die peinlichsten Qualen zu leiden. „Am dritten Tag wieder auferstanden von den Todten“ — t) mit einem Leibe, welcher der geistlichen Eigenschaften ermangelt. Aufgefahren gen Himmel, u) nach der Gottheit sowohl als nach der Menschheit, doch auf eine andere Weise rücksichtlich der Menschheit. „Sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“ — w) ein räumliches Sitzen, welches die Allgegenwart seiner menschlichen Natur nicht zuläßt. Denn x) er ist nach der Menschheit weder im Reich der Macht, noch im Reich der Gnade gegenwärtig, sondern nur z) im Zeichen seines Leibes, auf eine geistliche Weise, im Gegensatz zu der wesentlichen Gegenwart — er aa) ist nur dem Glauben gegenwärtig. Sitzet zur Rechten Gottes, nicht bb) als der Fürsprecher und Mittler aller Menschen, sondern cc) nur der Auserwählten. Von dannen, nämlich dd) von jenem Ort zur Rechten Gottes, „er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten,“ ee) zu welchem Gericht die menschliche Natur Christi nichts thut, als daß sie dem göttlichen Richter die leibliche Stimme leiht, indem ff) die zum Gericht nöthige Allwissenheit allein der Gottheit zusteht. a) Synod. Dordr. in judic. Extr. p. 39 & 80 b) Trigland. Medit. de Trina gr. p. 274. 276 c) Synt. Confess. part. 2. c. 3. d) L. Grot. Apol. disp. 14. e) Orth. Cons. sect. 6. p. 18 & 122. f) Orth. Consens. p. 123. g) Piscator vol. 2. p. 41 h) Beza in colloq. Montisb. p. 134. i) Maccov. colleg. de Mediat. disp. 5. p. 225. k) Maccov. l. c. disp. 38. p. 386. l) Syn. Dordr. p. 405. m) Lud. Grot. in assert. A. C. p. 43 n) Ad mon. Neust. p. 22 & 23 Zwingl. tom. 2. fol. 455 & 552. o) Masson. part. 2. c. 9. p. 404. Syn. Dordr. p. 301. 302. 403. 407. 611. 618. p) Zwingl. in exposs. fid. Christ. fol. 552. q) Chamier tom. 1. l. 9. c. 10. §. 3. p. 159. r) Calvin l. 2. Instit. c. 16. s) Idem l. 4. Inst. c. 17. sect. 29. t) Sohnius in Exeg. p. 246. u) Anhaltini in Apol. oppos. Electoral. argumento. 38. p. 43. w) Beza tom. 3. fol. 89 et tom 2. fol. 283. x) Harm. Conf. sec. 6. p. 100 z) l. c. pag. 108. 109. aa) l. c. sect. 14. p. 115 bb) Masson part. 3. p. 3. cc) Cham. tom. 3. l. 9. c. 4. §. 14. p. 124. dd) Harm. Conf. sect. 6. art. 2. p. 11. ee) Aden N. p. 23. ff) Masson part. 3. c. 7. „Ich glaube an den heil. Geist,“ dessen gnadenreiche Gegenwart die Auserwählten genießen, a) ob sie gleich in einer sündlichen Handlung begriffen sind; dessen Beruf zur Gnade b) kein allgemeiner und c) in Absicht auf die Verworfenen nur ein äußerlicher ist; der zwar mittelst des Wortes geschieht, d) ohne daß jedoch das Wort in sich selbst eine Bekehrungskraft hat. Der wirkliche kräftige Gnadenberuf e) ergeht allein an die Auserwählten, und f) demselben kann Niemand widerstehen. „Ich glaube eine allgemeine Kirche,“ welcher 26