# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1855_S247 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neue Litteratur. 247 Friede!“ rufen, wo doch kein Friede ist. Im Kriege ist's nicht Zeit Friedensfeste zu feiern, oder sentimentale Reden über den fehlenden Frieden zu führen. Besser durch scharfen und tapferen Kampf den Frieden erstreiten. O wer uns den rechten Frieden gäbe, die Union in der Wahrheit! Solchen Frieden, solche Union, danach unsre ganze Seele dürstet, wollten wir jeden Augenblick, ob es möglich wäre, mit unsrem Blute erkaufen. Zu diesem Ziele wolle der Herr, der unser Friede ist und der es allein vermag, durch allen Streit und Kampf Seiner armen Kirche helfen! — Neue Litteratur. Der innere Gang des deutschen Protestantismus seit Mitte des vorigen Jahrhunderts von Dr. Karl Friedr. August Kahnis, ordentlicher Professor der Theologie an der Universität Leipzig. Leipzig bei Dörffling und Francke. 1854. 8. S. 262. Nachdem wir endlich in diesen Tagen Zeit gefunden haben, diese Schrift in Ruhe zu lesen, können wir nun, dieselbe zuschlagend, nicht umhin, sie unseren hiesigen geehrten Herrn Amtsbrüdern und forschenden gebildeten Laien hierdurch dringendst zu empfehlen. Die Schrift stellt den Entwickelungsgang der deutschen protestantischen Theologie in einem Zeitabschnitte dar, dessen Behandlung in allen uns bekannten allgemeinen kirchenhistorischen Werken der Gegenwart ohne Befriedigung läßt. Und doch ist es zum Verständniß der Gegenwart so wichtig, auch mit den Vorgängen in der gelehrten, namentlich der theologischen Welt gerade der letzten hinter uns liegenden hundert Jahre vertraut zu werden. Je schwieriger aber die Aufgabe ist, die sich Kahnis in vorliegender Schrift gestellt hat, nehmlich „nicht eine Geschichte der protestantischen Kirche seit Mitte des vorigen Jahrhunderts zu bieten, sondern einen Ueberblick der Richtungen, welche seit dieser Zeit den Protestantismus bewegt haben, zum Verständniß der Kirche der Gegenwart“ zu geben, desto erfreulicher ist es, daß ein Theolog, wie Kahnis, dem selbst ein Stier das Prädikat eines „Denkers“ zu geben sich genöthigt sah, diese Aufgabe zu lösen unternommen hat. Das Buch setzt allerdings die Kenntniß der äußeren Entwickelung des Protestantismus in dem behandelten Zeitraum voraus, ist aber darum keinesweges eine ermüdende Kette von bloßen geistvollen Raisonnements, sondern nichts desto weniger eine reichgefüllte Vorrathskammer des interessantesten historischen Materials. Besonders lehrreich und anziehend macht das Werk die darin befolgte Methode, die Richtungen in den Worten ihrer Vertreter sich selbst characterisiren zu lassen. Die meist wenigen Worte aus dem Werke eines einflußreichen Schriftstellers, die Kahnis in unserer Schrift zu diesem Zwecke citirt, sind in ihrer treffenden Auswahl in der Regel Funken, mit dem der Mann und seine Richtung dem Leser alsbald in hellem Lichte erscheint.