# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1855_S238 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 238 Die Union. a. Gott zieht seinen strafenden und zur Buße und Bekehrung bewegenden Geist von den Menschen allmälig zurück. b. In demselben Maße dieses Zurückziehens überläßt er den Menschen seinem verkehrten Sinn und des Satans und seinem eigenen bösen Willen. Ps. 81, 13; Sprüchw. 1, 24—31; Joh. 13, 21. c. Darin verhängt er die verderbliche Wechselwirkung der zunehmenden Verfinsterung des Verstandes und der wachsenden Bosheit des Willens. d. Jemehr diese Wechselwirkung sich im Menschen vollzieht, desto mehr sündigt er ohne Bestrafung des Gewissens wider das Gewissen, desto widerwilliger wird er gegen Gott und desto einwilliger mit dem Satan. 1 Tim. 4, 2. e. Dennoch ist auf diesem Höllenwege das summarische Urtheil des Gewissens wider ihn, als der sich selbst verurtheilt hat. Tit. 3, 11. (Dies Alles ist in den kurzen Worten der Schrift beschlossen: „Gott verstockte das Herz Pharao's.“) Thes. 4. Wie nicht der Glaube schlechthin, sondern der beharrende Glaube endlich selig macht, so stößt nicht der Unglaube schlechthin in die ewige Verdammniß, sondern der bis ans Ende beharrende Unglaube. Denn Gott verläßt Niemanden mit seiner bekehrenden Gnade, der ihn nicht zuvor durch fortgesetztes Widerstreben oder beharrenden Abfall verlassen hat. Thes. 5. Wie die endliche Beseligung und Verherrlichung der Auserwählten die Vollendung der von Ewigkeit her geschehenen Erwählung ist, so ist die endliche Verdammniß der Gottlosen die Vollendung des von Gott (in Ansehung ihres vorhergesehenen beharrlichen Unglaubens wider seine im Evangelium geoffenbarte Gnade in Christo) von Ewigkeit her gefaßten Beschlusses ihrer Verwerfung. Die Union. Die neueste Vertheidigung der Union findet sich in einer Schrift des Professors Dr. Julius Müller in Halle, welche (418 Seiten in 8.) unter dem Titel: „Die evangelische Union, ihr Wesen und göttliches Recht,“ im vorigen Jahre bei Wiegandt in Berlin herausgekommen ist. Eine Recension dieser Schrift finden wir in dem von Dr. Kahnis herausgegebenen Sächsischen Kirchen- und Schulblatt. Wir hoffen, dem Wunsche der meisten unserer Leser entgegen zu kommen, wenn wir ihnen wenigstens Einiges aus dieser Recension mittheilen, da das recensirte Buch von ebenso hoher Bedeutung, als die Recension belehrend und erweckend ist. Der Recensent schreibt u. A. Folgendes: * * * Die ganze Argumentation des Hrn. Verfassers zur Feststellung des gött-