# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1855_S236 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 236 19 Thesen über die Lehre ꝛc. stimmter glauben solle und könne (wider die Beweisgründe der 6. These), und dichtet Gott einen Scheinwillen an, als stelle er sich gegen die Nichtauserwählten bei der Berufung zum Heil anders, als er es im Herzen meine; dadurch offenbar der Grund unsers Heils umgestoßen und Gott in Widerspruch mit seinem heil. Worte gebracht wird. Thes. 10. Der vorhergesehene Glaube ist nicht die Ursache der Erwählung; denn nicht um des Glaubens, sondern um Christi willen sind wir erwählt. Thes. 11. Obwohl aber alle Menschen um Christi willen (oder in Christo), dessen That und Erwerbung nach, erlöst sind, so sind doch nur diejenigen auserwählt, die ihn im wahren Glauben ergreifen, sich aneignen und schließlich darin beharren. Thes. 12. Eben so wenig (s. 10. These) ist die Erwählung schlechthin die Ursache des Glaubens, was aus dem endlichen Abfall der Zeitgläubigen klar erhellt; sondern der Glaube hängt von der Erwählung ab, als das Bestimmte von dem Bestimmenden, und ist ein Glied der Ordnung (s. 4. These), darin Gott die Wohlthat der Erwählung den Menschen anbietet. Thes. 13. Auserwählte und Wiedergeborne oder Gläubige sind durchaus nicht gleich bedeutende Ausdrücke; denn es gibt Auserwählte, die durch das Evangelium noch nicht berufen (Joh. 10, 16.), also auch durch den Glauben noch nicht wiedergeboren sind; und es gibt Wiedergeborne und Gläubige, die nicht auserwählt sind, weil sie nicht im Glauben beharren, sondern abfallen und dann im Abfalle beharren, wie Sauls und Judas Exempel ausweisen. Ebr. 6, 4—6; Cap. 10, 26. 27. Thes. 14. Wie die Berufenen aber Nichtauserwählten eine Zeit lang glauben können, so können die Auserwählten unter den Berufenen eine Zeit lang vom Glauben abfallen und den heil. Geist durch Sünde wider das Gewissen ausstoßen, wie Davids und Petri Exempel darthun. Sie lassen sich aber durch die bekehrende Gnade des heil. Geistes in rechtschaffener Erneuerung der Buße und des Glaubens, nach Davids und Petri Vorgang, wieder zurechtbringen und beharren dann im Stande der Gnade und wahrem Glauben bis ans Ende. Thes. 15. So gewiß es ist, daß ein Auserwählter, als solcher, nicht kann ewig verloren gehen, eben so möglich wäre es, seiner erbsündlich verderbten Natur nach, daß er könnte abfallen und ewig verderben. Thes. 16. Diese zwiefache Wahrheit bewahrt die Auserwählten und Gläubigen eben so sehr vor der Verzagtheit, als vor der Vermessenheit. Thes. 17. Es ist also kein Widerspruch, sondern eine heilsame Zusammenstimmung, daß der wahre Christ eben so sehr durch gottseligen Eifer in der Heiligung seinen Beruf und Erwählung festmache, und täglich seine Seligkeit schaffe mit Furcht und Zittern, als er im beharrenden Glauben nach Röm. 8, 31—34. sich kindlich und fröhlich seiner Erwählung in Christo vor Grundlegung der Welt getröste.