# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1855_S235 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 19 Thesen über die Lehre ꝛc. 235 Aneignung Christi und seines Verdienstes aus dem Evangelio und der heil. Taufe, durch welchen Glauben der Mensch Vergebung der Sünden und Gerechterklärung vor Gott, die Gabe des heil. Geistes, die Kindschaft Gottes und das ewige Leben erlangt. Dieser Glaube ist also das alleinige Aneignungsmittel des im Evangelio und Sacrament dargebotenen Heils in Christo. 2 Thess. 2, 13; Röm. 5, 1; Röm. 3, 24—26; Gal. 3, 2. 26; Joh. 3, 16; Joh. 6, 40; Röm. 1, 16. E. Die Heiligung in der Liebe, die Erhaltung unter den Anfechtungen von Teufel, Welt und Fleisch, die Bestätigung bis ans Ende, und die Verherrlichung im ewigen Leben. Dies ist der Weg, auf welchem der heil. Geist das in uns angefangene Werk zum seligen Ende hinausführt. Thes. 5. Wer in diese Ordnung Gottes sich nicht schicken will, der wird, wenn er im Widerstreben oder Abfall beharrt, dadurch offenbar, daß er nicht auserwählt sei; wer dagegen in diese Ordnung sich bringen läßt (Ap. Gesch. 13, 48.) und darin verharret bis ans Ende, der beweist, daß er zum ewigen Leben auserwählt sei. Röm. 8, 29. 30. Thes. 6. Die einzige Ursache der Seligkeit der Menschen ist also die Gnade des Vaters, das Verdienst des Sohnes, die Kraft des heil. Geistes, der durch das Evangelium den Glauben wirkt, nährt und erhält; die einzige Ursache von des Menschen ewiger Verdammniß ist sein böswilliger und beharrlicher Unglaube wider die im Evangelio dargebotene Gnade Gottes in Christo. Joh. 3, 18. 36; Marc. 16, 16; Matth. 22, 3; Luc. 14, 16; Hos. 13, 9; Röm. 9, 22. 23. Thes. 7. Es ist also eine schändliche und gotteslästerliche Irrlehre, daß Gott durch einen unbedingten Rathschluß von Ewigkeit den größten Theil der Menschen zur ewigen Verdammniß vorherbestimmt habe, um an ihnen die Strenge seiner heil. Strafgerechtigkeit zu erzeigen; sie daher auch gar nicht ernstlich berufen und gar nicht den Glauben in ihnen wirken wolle, während bei den Auserwählten die Gnade unwiderstehlich wirke. Thes. 8. Diese Behauptung nämlich, die aus frechem Vorwitz der fleischlichen Vernunft und aus einer über das geoffenbarte Wort Gottes hinausgehenden Consequenzmacherei des abstracten Verstandes des natürlichen Menschen herrührt, streitet: A. wider den voraufgehenden allgemeinen Gnadenwillen Gottes; B. wider das, der That und Erwerbung nach, auf alle Menschen, also auch die Gottlosen sich erstreckende Verdienst Christi (2 Pet. 2, 1.). C. wider die allen Völkern geschehene Darbietung des Evangeliums (siehe die Beweisgründe für die 4. These.). Thes. 9. Dagegen macht diese Behauptung aus dem eben so heiligen und gerechten, als gnädigen und barmherzigen Gotte, wie sein Wort ihn uns offenbart, einen launisch=willkürlichen, falschen, grausamen, heidnisch=mohamedanischen Schicksalsgott, ja zum Urheber der Sünde aller Sünden, nämlich des Unglaubens wider Christum, da eben kein zur ewigen Verdammniß Vorherbe-