# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1855_S218 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 218 Die Predigtentwürfe. dreizehnten Sonntag nach Trinitatis, sowie über die Evangelien am Feste Johannis des Täufers und Mariä Heimsuchung. Diese Entwürfe sind die reife und bewährte Frucht eines vieljährigen sorgfältigen Studiums in Luthers Schriften; mögen diese nunmehr ein Gemeingut der lutherischen Kirche und besonders ihrer Diener werden. Diejenigen würden sich gänzlich irren, welche die Entwürfe als ein Dormi secure betrachten oder gebrauchen wollten. Sie sind nicht bestimmt, den Predigern eine Arbeit zu ersparen, sondern vielmehr denselben die rechte Richtung und den rechten Stoff zu geben. Herr Pastor Keyl sagt in der Vorerinnerung: „Man gebe im ersten Jahre einen möglichst wortgetreuen Auszug aus den sämmtlichen Predigten Dr. Luthers, wozu besonders die mit „Summa,“ „kurz“ und „überhaupt“ bezeichneten Stellen zu benutzen sind. In den folgenden Jahren predige man jedesmal wieder die Hauptsachen (Phil 3, 1) mit stetem Ueberlaufen des ganzen Textes, doch so, daß man bald den einen, bald den andern Theil nach Luthers Vorbild weiter ausführt, das andere aber mehr summarisch behandelt. Je wortgetreuer dieses alles geschieht, und je weniger Fremdartiges man beimischt, desto besser wirds gerathen. Jede spätere Predigt über ein und dasselbe Evangelium wird durch die zunehmende Erkenntniß, Erfahrung und Uebung an Gehalt gewinnen und man wird nie in die Verlegenheit kommen, wo man Predigtstoff hernehmen soll, wohl aber eher in die, wo man ihn hinthun solle, wovon ich aus vierzehnjähriger Erfahrung Zeugniß ablegen kann. Daß dabei das fortwährende geordnete Studium dieser hierbei benutzten Predigten und Auslegungen, sowie der übrigen Schriften Dr. Luthers eine unerläßliche Bedingung sei, bedarf wohl keines besonderen Nachweises. Gott gebe, daß diese Entwürfe den Dienst der einladenden Knechte thun und allen Lesern zurufen: Kommt, denn es ist alles bereit! — Möchten doch namentlich die Diener der lutherischen Kirche sich und ihre Zuhörer an dieser reich besetzten Tafel laben, so würden sie sich immer mehr davon überzeugen, wie man mit vollem Rechte auf das Wort Gottes, wie es namentlich Dr. Luther gepredigt, die Worte anwenden könne: Wer von mir isset, den hungert immer nach mir, und wer von mir trinket, den dürstet immer nach mir! Sir. 24, 28. 29.“ Lasse sich Niemand durch die anscheinend spinöse und abrupte Form der Entwürfe mit ihren zahllosen Citaten abschrecken. Die Mühe, die man auf sorgfältiges Nachschlagen und Nachlesen der citirten Stellen verwendet, wird reichlich belohnt werden durch das treue und vollständige Bild einer lutherischen Predigt, das man dadurch empfängt. Wir erlauben uns alle Amtsbrüder, die es für keine Unehre achten, in Luthers Fußtapfen zu treten, dringend aufzufordern, sich dieser Entwürfe fleißig zu bedienen, auch ihre Verbreitung zu fördern. Denn nur von einer die Kosten deckenden Unterstützung wird die Fortsetzung des Werkes abhängen, welches in vier Heften den Ciklus des ganzen Kirchenjahrs umfassen soll. Dem ursprünglichen Plane des Verlegers nach sollte das Heft nur 32