# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1846 07 11_S90 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) hält, den Weg zu meinem Heile selbst zu finden, und an IEsum Christum, meinen Gott und Heiland, zu glauben; und eben so unvermögend, mich selbst der Gnade würdig oder fähig zu machen, glaube an den heiligen Geist, wahren Gott, durch dessen Gnade wir geheiligt werden, eine solche überschwänglich reiche Gnade, die im Werk unserer Bekehrung Alles in uns anfängt, thut und vollendet, die uns bei Christo erhält bis ans Ende, die sich an allen Menschen gleich kräftig erweist, sie zu retten und selig zu machen, die aber dennoch nicht unwiderstehlich und zwingend ist und durch muthwillige Sünden wieder verloren werden kann. Ich glaube eine Kirche, deren Glieder die wahren Gläubigen und Gerechten sind, die hin und wieder auf der ganzen Erde zerstreut sind; sichtbar alsdann, wenn sie, die Kirche, äußerlich erkennbar ist an der reinen Predigt des Evangelii und an der rechten Verwaltung der Sacramente, aber unsichtbar in Ansehung der Gläubigen und Auserwählten, die im Glauben beständig bis ans Ende beharren und die Niemand kennt, denn nur Gott allein; eine heilige, weil ihr das Versöhnungsblut Christi durch den Glauben zugerechnet wird; eine allgemeine, in Rücksicht auf Ort und Zeit. Eine Gemeinschaft, nicht nur eine äußerliche des Wortes, der Sacramente, der Ceremonien, des Bekenntnisses und des Umgangs, sondern hauptsächlich eine innere des Glaubens und der Liebe — der Heiligen, einestheils weil ihnen eine fremde Heiligkeit, nämlich die Gerechtigkeit Christi, zugerechnet wird, anderntheils weil ihr Herz, Wille, Verstand und ganzes Leben verändert und geheiligt wird, und die geistlichen Kräfte und Tugenden, Erkenntniß, Furcht Gottes, Hoffnung, Liebe je mehr und mehr in ihnen wachsen und zunehmen. Vergebung der Sünden, worin des Menschen Rechtfertigung vor Gott besteht, eine freie Erlassung aller Sünden und deren Strafen ohne Rücksicht auf irgend ein Verdienst von Seiten des Menschen, so daß selbst die guten Werke eines Gerechtfertigten, oder seine innwohnende (habituelle) Gerechtigkeit, nichts thun zu seiner Rechtfertigung, sondern allein die Frucht derselben sind, indem der Glaube, durch welchen der Mensch die Rechtfertigung erlangt, seiner Natur nach nicht müßig sein kann, sondern ohne Unterlaß durch die Liebe thätig ist. Auferstehung des Fleisches, das wir jetzt an uns tragen und das im Tode zerfällt, und ein ewiges Leben, umsonst aus Gnade. II. Das apostolische Glaubensbekenntniß im Sinne der Päbstler. Ich glaube, a) nach dem bloßen Beifall, ohne Zuversicht des Herzens, b) welches Glaubens Grund nicht allein das geschriebene, sondern auch das ungeschriebene Wort Gottes ist, c) und halte alle diejenigen Bücher der heil. Schrift für die echten und göttlichen, die das Tridentinische Concilium dafür erklärt, d) so wie nur den Text für den allein richtigen, den die lateinische Vulgata gibt, e) deren unfehlbarer Ausleger der Pabst und die römische Kirche ist — an Gott und f) die vergötterten Heiligen im Himmel — „den Vater, allmächtigen" — der, g) nach den Thomisten, das Böse vorher bestimmt hat und folglich ein Urheber der Sünde ist, der auch h) unbarmherzig genug aus bloßer Lust zu strafen viel tausend unschuldiger Seelen zur ewigen Verdammniß bestimmt hat — „Schöpfer Himmels und der Erden" — und auf Erden des Menschen, dem das i) Ebenbild Gottes nicht anerschaffen, sondern nur als eine Zugabe mitgetheilt war, der auch k) in sich selbst den Keim zur Sünde trug und sterblich war. a) Bellarm. Lib. 1. de justif. c. 7.; Concil. Trident. sess. 9 can. 12. b) Conc. Trid. sess. 4. decret. 1. c) Conc. Trid. sess. 4. decret. 1. d) Conc. Trid. loc. cit. e) Bellarm. Lib. 4. de R. P. c. 1. 2. 3. f) Dcosque sanctos coelites, Angelos, Agenda Colon. p. 373. g) Bellarm. Lib. 2. de amiss. grat. et statu peccat. c. 13.; Tanner tom. 1. 9. 11. dub. 1. h) denn von den Kindern, die vor der Taufe sterben, behauptet die röm. Kirche, daß sie zur ewigen Strafe verurtheilt sind; die Schlußfolge gibt Becanus zu tom. 5. de opus. c. 3. e. 14. i) Cat. Rom. P. t. cap. 2. p. 24. h) Bellarm. de grat. prim. hom. c. 2. 6.; Cat. Rom. 1. 2. 19. Ich glaube an „IEsum Christum," der a) in sich selbst zertrennt und nicht der b) alleinige Heiland ist: ein c) unvollkommener Mittler, der nur eine halbgültige, und theilweise Genugthuung geleistet, „seinen eingebornen Sohn ꝛc., „gelitten, gekreuziget, gestorben, begraben" — d) alles dies nur nach der bloßen Menschheit, e) abgestiegen zu den unterirdischen Geistern, mit der Seele allein, um die Väter aus der Vorburg zu befreien, „aufgefahren gen Himmel, sitzet zur Rechten des allmächtigen Vaters," f) indem die menschliche Natur Christi nur zufälliger Weise, wie der Purpur an einem Könige, mit erhöhet worden ist, „von dannen er kommen wird ꝛc. a) Zertrennet, weil sie sagen, daß das Wort außerhalb des Fleisches sei, Bellarm. L. 3. de Incarn. c. 17., daß die wahrhaftigen göttlichen Eigenschaften der menschlichen Natur Christi nicht mitgetheilt worden seien. Bellarm. L. 3. de Christ. c. 6., daß die menschliche Natur allein die Mittlerin sei, Bellarm. L. 5. de Christ. c. 1., daß man den Immanuel nicht auf einerlei Weise anbeten könne, sondern der göttliche Dienst gehöre seiner Gottheit, die geringere Verehrung (hyperdulia) seiner Menschheit Bellarm. L. 1. de beat. S. c. 12. b) Nicht der einige Heiland, denn dazu wird auch die Jungfrau Maria gemacht mit dem ganzen Chore der Heiligen im Himmel Bellarm. L. 1. de beat. S. c. 20.; desgl. die menschlichen Verdienste Conc. Trid. de justif. can. 31. Desgl. die menschlichen Genugthuungen Conc. Trid. c. 10. de oper. satis.; desgl. die Meßopfer Conc. Trid. sess. 9.; desgl. die eingegossene Gerechtigkeit. c) Als welcher die Bitterkeit des ewigen Todes nicht geschmeckt oder keine Höllenstrafen für uns gelitten hat. Bellarm. L. 4. de Christ. anim. c. 8. d) Bellarm. L. 3. de Christ. c. 9. e) Bellarm. lib. 4. de anim. Christ. c. 12. g) Bellarm. lib. 3. de Christ. c. 15. Ich, a) dem die erste Regung der Begierden nicht als Schuld angerechnet werden kann; b) mit derselben thätigen Kraft des freien Willens begabt, die der Mensch vor dem Fall hatte, mit einer Neigung zum Guten, ehe noch der übernatürliche Einfluß der Gnade hinzukommt, die alsdann, wenn sie hinzukommt, die natürliche Kraft zum Guten hervortreibt und sich mit derselben zur Vollbringung heiliger und göttlicher Werke verbindet — „glaube an den heiligen Geist," c) welcher uns heiliget, nicht durch die zugerechnete, sondern durch die eingegossene Gerechtigkeit, „eine Kirche," nicht blos eine streitende, und triumphirende, sondern auch d) eine im Fegfeuer schwitzende: ich glaube an die römische Kirche e) als die Mutter und Meisterin aller Kirchen, f) als die allein wahre, außer welcher kein Heil, g) welche 16 Kennzeichen hat, h) immer und nothwendig sichtbar, i) unfehlbar, jedoch dergestalt unfehlbar, daß sie auch k) schwere und öffentliche Sünder, Heuchler, Böcke in sich begreift; „eine allgemeine Kirche, die l) unter einem sichtbaren Oberhaupt, dem römischen Pabst, zusammengehalten wird; „eine Gemeinschaft der Heiligen," außer diesem Leben, m) welche man anrufen soll. „Vergebung" — welche n) die Wurzel der Sünde austilgt und o) ungewiß ist, — der Sünden, p) auch der Todsünden, die nicht bereut werden. „Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben" das q) zur Belohnung der Verdienste und guten Werke gegeben wird. a) Becan. L. 1. manual. c. 17. b) Conc. Trid. sess. 6. c. 1. 4. 5. c) Conc. Trid. sess. 8. d) Concil. Trid. scss. 9. e) Conc. Trid. sess. 7. de bapt. 5. f) Canis. p. 26. g) Bellarm. L. 4. de Eccl. c. 3. h) Bellarm. L. 3. de eccl. c. 2. i) Bellarm. L. 2. de eccl. c. 13. k) Catech. Rom; l. de R. P. Agenda Colon. p. 385. m) Bellarm. l. de cult. Sanct. et purg. n) Becan. de justif. c. 3. o) Bellarm. l. 3. de justif. c. 2. 3. p) denn die kleineren Sünden sind schon für sich selbst nach ihrer Natur läßliche Sünden, Bellarm. l. 1. de amiss. grat. c. 11. 12. q) Conc. Trid. sess. 6. 5. 32. (Schluß folgt.) Mittheilungen aus Sachsen. Meinen lieben sächsischen Glaubensgenossen wird es ja willkommen sein, etwas Ausführliches aus ihrer alten Heimath zu erfahren. Das sächsische Volksblatt und der Pilger aus Sachsen entwerfen folgendes Bild der kirchlichen Zustände im Königreich Sachsen bis zum Februar d. J. „Ein unheilbringendes Gewitter," so hebt das Vorwort des sächsischen Volksblattes vom 2. October v. J. an, „hat sich über Staat und Kirche zusammengezogen. Die Saat, die seit Ende des vorigen Jahrhunderts unter lockenden Verheißungen des Lichtes und der Freiheit ausgestreut wurde, ist zur Reife gekommen. Der Abfall vom biblischen Chri-